zzo Musik
Schritte durch den Nachdruck, den jeder beim Mstreten bekommt,merklich macht, ist unterhaltend und erleichtert die Aufmerksamkeit,die sonst bald ermüden würde. Daher in allen den Verrichtungen,die eine Anstrengung erfordern, die tactmäßige Bewegung, wie z. B.bei denjenigen, die Schiffe ziehen, oder durch Ruder fortstoßen.Aber noch mebr Aufmunterung gibt diese taktmäßigc Bewegung,wen» sie rhythmisch ist, d. h., wenn in den zu jedem Schrittoder Tact gehörigen kleinen Rückungen verschiedn« Abwechselungenin Stärke und Schwäche sind und aus mehrern Schritten größereGlieder, wodurch das Fortdauernde mannichfaltig wird, entstehen.Daher das Rhythmische in dem Hämmern der Schmiede und in demDreschen, das Mehrere zugleich verrichten. Dadurch wird die Arbeiterleichtert, weil das Gemüth vermittelst der Luft, die es an Ein-förmigkeit, mit Abwechselung verbunden, findet, zur Fortsetzung der-selben ermuntert wird. Diese tactmäßige und rhythmische Bewe-gung aber kann unmittelbar mit einer Folge von Tönen verbundenwerden, weil eine solche Folge stets den Begriff von Bewegung mitsich führt. Und somit ist demnach der Ursprung des förmlichen, mit !Tact und Rhythmus begleiteten Gesanges und seine natürliche Wer»,bindung mit dem Tanze begreiflich. Die Musik ist also eine Kunst,die, so wie jede andere Kunst, in der Natur des Menschen be-gründet ist. Obige Ideen über die Entstehung der Musik, d. ^h., der Instrumentalmusik, sind die bisher gangbarsten gewesen ,und aus dem Grunde hier angedeutet worden. So verdienstlich nn"auch darin besonders die Nebenbemerkungen über den Ursprung desTacts und der Ereignisse desselben sind, so möchte der letzte Grund«^ler Erfindung der Instrumentalmusik doch vielleicht bloß in dem !Triebe der Nachahmung zu suche» seyn, der ein« unerläßliche Be-dingung der menschlichen Natur, und, was man auch dagegen sagenmöchte, der Ursprung aller Kunst ist (s. d. Art. Instrumental-musik). Der Gesang, der vielleicht so alt wie das Menschenge-schlecht selbst ist, war ursprünglich der Trieb des Menschen, seineGefühle und Empfindungen, besonders wenn deren Heftigkeit ihnvorzüglich stark assicirte, gleichsam aus dem Herzen durch den Mundauszustoßen und sich überhaupt des unangenehmen Gefühls sowohlals des angenehmen zu entledigen. Wir schreiben es mit vollkom-mener Überzeugung nieder, daß die geistige Natur des Menschen,durch Freude wie durch Schmerz in ihrer Ruhe und in ihremGleichgewichte gleich sehr gestört, beider Empfindungen Herr zuwerden und sie zu unterdrücken strebt. Wir wollen dies durch einenErfahrungssatz zu beweisen suchen. Wir sehen täglich, daß Men-schen, wenn ihnen ein glückliches Ereigviß begegnet, nicht im Standesind, die Regungen, die ihnen dadurch verursacht werden, in ihre«Busen zu bergen; sie müssen sie, oft gegen ihren eignen Wille»/einem Dritten mittheilen. Warum dies? Weil ihnen das GeWdieser Freude zu drückend gewesen ist und sie deßhalb gezwungenworden sind, zur eignen Erleichterung es auf einen Gegensinn» ^außer ihnen zu übertragen. Der Gesayg also, sowohl deder Freude als der des Schmerzens, ist das Bestreben,sich der Empfindungen, die dem Herzen zu mächtig werden, ,durch das kräftigste Mittel, wodurch die Natur sich zu äußern .pflegt, durch die Stimme nämlich, zu entledigen. Auf weiq .Weise nun eine äußere gesetzmäßige Zweckmäßigkeit in dieselbe uvegetragen worden, ist bereits theils durch die oben angedeuteten »n