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Tonkunst die ««erklärbaren Wirkungen, deren sie fähig ist, i»vollkommnem Maße hervorbringen soll. In Betreff Kieler Wirkungist die Tonkunst, wie gesagt, wahrhaft »»erklärbar. Wenn jedeandere Kunst mehr oder weniger zum Berstande spricht, dreier sichaber der empfangnen Eindrücke stets bewußt ist und die Grüntedavon aufzuzählen vermag; so wirkt dagegen die Musik nur einzigund allein auf das Gemüth und ist im Stande, dasselbe bis zurhöchsten Leidenschaftlichkeit zu entflammen. Wer, der für Musikempfänglich ist, hat nicht irgend einmal in seinem Leben beim An-hören derselben Thränen der Freude vergossen, ohne daß die Musikin diesem Augenblicke gerade eine bestimmte Situation ausgedrückt ,hätte ? Die Musik erweckt also in uns keine durch den Verstandbegreifliche Gesinnungen und Meinungen, sie ist gänzlich entfernt lpon der Hervorbringüng logischer Begriffe in unsrer Seele, sonder»sie wirkt vielmehr auf daß Unbewußte, auf die bloße Ahnung in«ns; und dies ist chas unendliche Gebiet, wo die Musik ihre wu»- iderbare, mit nichts zu vergleichende Herrschaft ausübt. Sie ist als» .rein romantisch, d. h., sie hat keine Verbindung mit dem Bor- shandnen, mir dem Gegebnen, sondern ihre Wirkung geht lediglich ^auf das Unbekannte, auf dar bloß von den Menschen Geahmte. ^Wenn wir diesen Begriff des "Romantischen streng auffassen und ih» .auf die Musik übertragen, so muß uns deutlich werden, daß dieGriechen, deren Bildung nichts weniger als romantisch war, dieim Gegentheile, statt das Unbekannte zu ahnen, das Bekanntebesaßen und genossen, in diesem Sinne keine Musik gehabt habenkönnen. Und so scheint es denn auch wirklich zu seyn > ibre Musikwar ein Erzeugniß des Verstandes,'denn sie wurde ja als vierter ^Theil der Mathematik betrachtet, und es ging ihr, wovon wir anunserm Theil vollkommen überzeugt zu seyn glauben, alle Melodieund alle Harmonie, in so fern letztere den mehrstimmigen Satz bedeu-tet, gänzlich ab, so wie denn auch der Vertrag dessen, was sieMusik nannten, besonders im Gesänge, nur rccitativisch, also etwaeine notirte Deklamation war, in der kein Ton eigentlich eine wirk-liche musikalische, sondern nur eine deklamatorische Länge hatte, beider jedoch Rhythmus und Tact, in so fern dies mathematische Ge-genstände sind, vorhanden waren. Der Ton an sich selbst wardÜberhaupt bei ihnen nie ästhetisch, immer nur mathematisch unsalso als Sache des Verstandes und nie des Gefühls betrachtet.Dies haben wir über den Unterschied der alten und neuen MMbesonders für diejenigen anmerken zu müssen geglaubt, welche nochin unsern Tagen von der griechischen Musik einen Begriff haben, alskönne sie immer ein Muster seyn, nach welchem sich die neuere Mußtzu bilden habe. Man suche diese unsere Meinung nicht etwa durch iAnführung der besondern Eindrücke widerlegen zu wollen, welche, umhin und wieder erzählt wird, die griechische Musik hervorgebracht habe" ^soll. Angenommen, daß diese Wirkungen historisch erwiesen sw°,so erzählt Sulzer, der übrigens unsere Meinung im Betreff dir
griechischen Musik durchaus nicht theilt, in seiner Theorie im Artikel Mul>rFolgendes: „Ich habe zu meiner eignen Verwundrung erfahren, .daß die unregelmäßigste Musik, die möglich ist, die hundert unwwsende Türken, jeder mit seinem Instrumente nach Gutdünken gesivert oder geras't hat, worin nichts Ordentliches war, als daß e>m IArt Trommel dieses Geräusch nach einem Tacte abmaß, daß dm ,Musik, besonders in einiger Entfernung, wich in lebhafte