Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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. Musik (Geschichte der) S5Z

düng versetzt hat?' So weit Sulzer. Wenn nun ein musikalischgebildetes Ohr, wie wir doch bei Sulzer voraussetzen müssen, voneiner solchen Umnusik dergestalt erregt werden konnte, welche Wir-kung mag dann nicht die sogenannte griechische Musik, die -och Tact,Rhythmus und eine nach Regeln bestimmte Tonfolge hatte, zumachen im Stande gewesen seyn? Daß die neuere Musik überhaupteiner ganz außerordentlichen Wirkung fähig ist, seben wir sogar anThieren, von denen einige, wie das Kameel, nur dann ihre erdrücken-den Lasten -forttragen wollen, wenn Man sie mit Musik unterhält;andere, wie der Elephant, sogar zur Äußerung verliebter Gefühleerregt werden, wovon man sonst bei diesen Thieren in Gegenwartvon Menschen durchaus auch nicht die leiseste Spur bemerkt hat.Was man in neuern Zeiten von der durcheMusik zu bewirkendenHeilung der Nervenschwäche und Ärampfkrankheiten geschrieben undgeriet hat, wollen wir, da dergleichen Behauptungen ohne all«Bervesse sind und seyn müssen, nur erwähnen und weiter daran-keine Schlüsse auf die Wirkung der Musik ziehen. ?g.

Musik (Geschichte der). Da die Musik nicht unwahr-scheinlich- die älteste aller schönen Künste und mehr als irgend ein«andere ein unmittelbares Erzcugniß der Natur ist; so wäre es eiirvergebliches Unternehmen, dem historischen Ursprung derselben inseinen allerersten Veranlassungen nachspüren zu wollen, um so mehr,da die Mechanik dieser Kunst sowohl als aller übrigen Künst«eher ausgeübt worden ist, als man an die Theorie derselben, diedoch allein einen völligen historischen Ursprung nachweisen könnte,gedacht bat. Mit höchster Gewißheit darf man übrigens anneh-men, daß die Töne, welche die Natur erzeugt, wie z. B. der Wind,das Geräusch der Baumblätter, der Luftzug in dem Schilfrohre, da-Geräusch des Wassers, die Stimmen der Menschen und Thier», be-sonders aber der Gesang der Vögel, Veranlassung zur Erfindungder Musik gegeben haben. Die Vocalmusik, oder die Hervorbrin-gung künstlicher Töne durch die menschliche Stimme, ist die ältesteÄrt der Musik, und Athcnagoras meldet, daß Ponticus Chameleonbehauptet habe, der Gesang der Vögel habe zur Erfindung derSingekunst Veranlassung gegeben, indem die Menschen die Tönedesselben mit ihrer Stimme nachzuahmen gesucht hätten. Eben die-ses chehauvret Lucrerius, und man hält es für wahrscheinlich, daßdie Mensen die Stimmen der Wöget eher gehört haben, als ihreeignen Eben dieser Lucrez sagt auch, daß die Hirten die Jnstrumen-talmuüi erfanden, indem sie der ins Schilf blasende Wind lehrte,daß das hoyle Rohr einen Laut gäbe, daher sie eS alsdann versuchtharpen, ob sie wohl durch das Blasen mit dem Munde in ein sol,ches Rohe einen «barschen Laut hervorzubringen im Stande wären.Pvrb.aoras meint gar, daß das Getön, welches die Himmelskörperdurch ihre» Umlauf veri:?,'chen, zur Ersiiiduug der Musik Gelegen-heir gegeddn b?oe. Nag; Varro soll die Musik entweder durch da««ierauÄ, dc-.'Wassers,'oocr durch die Zurückprallung der Lust, oderdurch -,,7 weichlich« Stimm« entstanden seyn. Historisch gewiß ist«br-gens, baß schon vor der Sündfiurh Iubal, der Sohn Lamechs,eine ss,-r ran. 'H,str;>m«ntaln>usik ausgeübt hat, welche nicht alleinauf Bi-, . widern auch auf mit starken Thierhaareu

»e>p.-nnr.-. Instrumente» hervorgebracht wurde. Laban kannte

bc.eire ..aGe-inr un-t 'den Gebrauch der Pauken und eines ander»kairemnsitu.nenks, so wie Hiob die Pauken, Cither und Harfe,