ZZ4 Musik (Geschichte der)
und Moses mußte schon zwei silberne Trommeln machen. Das ältesteDenkmal der Vocalmusik ist der Lobgesang der Mirjam, der Schwe-ster des Moses, der nach dem Durchgänge durch das rothe Me«gesungen und von derselben mit der Pauke begleitet wurde. Zu Da-vids und Salomons Zeiten hatte die Musik bei den Hebräern ihrenhöchsten Gipfel erreicht. Der Dienst ihrer Leviten bestand vornehm-lich' im Singen. Bei den Christen bestand die Musik anfänglichbloß in Gesängen, die aus den Psalmen Davids und aus den im .alten Testamente befindlichen Lobgesängen bestanden, an welche die ^Judcnchristen bereits gewöhnt waren und sie deßhalb beibehielten.Besonders wurde bei den Agapis oder Licbesmahlen der Christengesungen, aber nicht, wie Justinus aus dem zweiten Jahrhundert 'nach Christi Geburt meldet, bei dem Abendmahl«. Doch gedenktEusebius, der um 340 n. Christi Geburt starb, bereits des Gesan-ges beim Abendmahl«. Auch müssen bereits vor der Kirchenver- ,sammlung zu Laodicea (züz oder z7o) geistliche Lieder gesungenwotdcn seyn, da man auf derselben die eigenmächtig eingeführten lGesänge verbot und nur die kanonischen gestattete, welche aber nicht svon dem unmusikalischen Volke, sondern von eigens dazu bestellten !Lnnraribu» und 6sne>i,,ci«. die hinter Pulten standen, nach Noten ab-gesungen werden sollten. Schon im Jahr Z70 (nicht 170) führte derPapst Damasus in der abendländischen Kirche den abwechselnden Ge- !sang und das Psalmen- und Halleluja-Singen an den Festtagenein. Die älteste Art der eigentlichen Kirchenmusik wurde jedoch imOrient von Ephrcm Syrus (starb 37z oder Z78) und imOccident von Ambrosius (starb zy/) verbessert; daher derLetztere auch der ambrosianische Gesang genannt wurde. Dieser Am- >brossus, Erzbischof von Mailand, behielt nur diejenigen Melodien >bei, die man »nr!;entio-ls nannte, und theilte die Psalmen so ab, das !sie wöchentlich geendigt wurden. Der harmonische Gesang ist erst eineErfindung der spätern Zeiten, über dessen Ursprung mani überhaupt ^nichteinigist; nurdermelodischeGesangsoll, nachJsidors Bericht, mehreiner bloßen notirten-Declamation, als einem wirklichen Gesänge ähnlichgewesen seyn. DasAbsingcn der Psalmen durch Antiphonien vor der Messe(wo sich, wenn es der Psalm erfoderte, zwei Chöre einander Wechsel- ,seitig antworteten) verordnete zuerst der Papst Cölestinus im Jahr424. Gregor der Große (gyo— 604) machte zuerst eine Auswahl derPsalmen, zog daraus die tnrroirus und Kssponsoria, fügte denMelodien, die man »ursislirie!» nannte, noch die sogenannten xUgsw'bei, und gab überhaupt dem ganzen Kirchengesange,' der auch daherder gregorianische oder römische Gesang genannt wurde, eine bessereEinrichtung; daher ihm vorzugsweise die Erfindung der Choralmussrzugeschrieben wird, wie er denn auch eine Akademie der Sängerstiftete. Ein großer Beförderer der Kirchenmusik war der PappJohann Damoscenus (starb 760), welcher die ^orv«"'erfand, durch welche die steigende und fallende Stimme bestimmund also der Gesang nach Roten erleichtert wurde. In den deut-schen Kirchen herrschte lange Zeit die Choralmufik allein, wen?einstimmig oder in Octaven gelungen wurde. Die vielstimmige oofigurirte Musik war bei den Alten nicht bekannt, sondern sie wurerst in den mittlern Zeiten erfunoen. Die vielstimmige oder «>8ralmusik, d. h. die Kunst, mit vier Stimmen zu singen, stuEngländer Dunstan, Erzbischof von Canterbury (starb y88) rn s«Jugend erfunden haben. Andere behaupten, daß e« eine spatere