Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
557
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Musik (Geschichte der) 957

Arbeit den Wohllaut von vier Hämmern wahr , deren fünften er aberdiffonirendfand. Erwog daraufdieseHammer, um dielirsach ihrer Kon-sonanz und Dissonanz zu entdecken und fand, daß sich das Gewicht dereoasonirenden Hämmer wie i; j ; -f; -§ verhielt, daß aber der fünfteHammer kein so einfaches Verhältniß zu den übrigen hatte. An dembaute der Hämmer fand er, daß der, welcher halb so schwer wär, alsder erste, die Lctave, der, welcher vom ersten war, die QuinteUnd der, welcher ^ vom ersten war, die Quarte desselben ausmachte.Dadurch nun, daß er das Gewicht der Hämmer auf die Saiten an-wandte, entstanden nun die Accorde und die theoretische Musik.Da er zuerst das Verhältniß der Töne mathematisch bestimmte; sowurde das Instrument, dessen man sich zur Untersuchung derselbenbediente, der pythagoräische Canon oder Helicon genannt. Erlehrte zuerst, daß mathematisch genommen und nach der Octaveeingetheilt, ein halber Ton gar nicht für die wahre Hälfte einesganzen Tons zu nehmen sey, sondern daß er dem ganzen Tone vielnaher komme. Er setzte auch zu der alten Harfe die achte Saiteund diese Abstufung der Töne wurde die musikalische Leiter genannt.Nachher setzte man noch über die oberste Saite drei Saiten undeben so viele unter die unterste des Instruments, wodurch nun dasZnstrmnent vierzietzn Saiten bekam. Um nun zwei Octaven heraus-zubringen, brachte man unlen noch eine Saite an, woraus die Ton-leiter von fünfzehn Saiten entstand. Nach dem Pythagoras thatsich zu Anfang der griechischen Herrschaft besonders Aristoxenus alsTheoretiker hervor, und nach ihnen beiden theilten sich die damaligenMusiker in Pythagoräer und Aristoxenianer. Der Lthenienser Da-mon, der Lehrer des Perikles und Sakrales, erfand die imrmo-n»i„ Er war in seiner Kunst so berühmt, daß seme

Musik, nach Plato's Ausspruche, nicht geändert werden konnte,«hne die öffentliche Verwaltung der Republik mit zu verändern.Phrynis, der 'zur Zeit des Svcrates lebte, war der erste, der dieMusik durch matte und wcßbische Melodien verdarb, die wir aberUht zärtlich nennen. Andere meinen, er habe die griechische Musikmit mehrerm Kunstsinne den sanfter» Empfindungen des Herzensanzuschmiegen gesucht. Auch Plato machte sich um die Musik ver-beut. Nach Einigen soll seine musikalische Leiter schon zu vieeffttavenund einer Sexte aufgestiegen seyn; Ander-behaupten jedoch,sir hab« nur drei Octaven und einen Ton gehabt. Mit dem An-Wge der griechischen Monarchie fing sich die dritte und vorzüglichstePeriode in der Singkunst an und dauerte bis ans Ende dieser Mon-, "chie, - Aur Zeit Alexanders des Großen that sich, wie schon obenI -'sagt, Aristoxenus, ein Schüler des ikenophilus, und Aristoteles, d'rvvr. «Lr schrieb 45z Abhandlungen über die Musik,l «»von noch drei übrig sind, daher er der älteste musikalische Schrist-! dessen Schriften auf unsere Zeiten gekommen sind. Er

>»a zu der musikalischen Leiter von fünfzehn Saiten noch drei andere^,^ 3 'setzt haben, die eine fünfte Quarte ausmachten, daher dann»sich seine Leiter achtzehn Saiten hatte. Dieser Aristoxenus war,'benfalls bereits oben gemeldet worden ist, der Urheber derSecre der theoretischen Musiker, und seine Anhänger ver-' tue Verhältnisse der Pythagoräer in der Musik gänzlich,

' bloß auf die Empfindung beriefen und alle Intervalle

und halben Tönen berechneten, ohne sich darum zu be-,'»mmsrn, was ,jn Ton in mathematischer Hinsicht und ob gerade