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und selbst zu Sanftheit und Gelassenheit im Charakter Anlaß tzibt,Nordische Nationen sind meistens mehr zu Fleischnahrung, südlichemehr zu Pflanzenkost geneigt. Die südlichen und morgcnländischenNationen sind überhaupt, wenigstens im natürlichen, durcy Übercul,tur noch nicht verderbten Zustande, zu mäßigerm und einfachermGe-nuß der Nahrungsmittel geneigt. II.
Najaden, dlaiLlios oder (auF' dem Griechischen von
ich fließe), eine Gattung von Nymphen (stehe diesen Arti-kel), welche die Schutzgöttinnen oder Bewohnerinnen der Quellen undkleinern Landgewässer waren. Die Begriffe und Sagen, die man vonden Najaden hat, gleichen in manchen Punkten denen, die in Hin-sicht unsrer sogenannten Wassernixen herrschen, besonders darin, daßbeide zuweilen einen schönen Gegenstand (so die Najaden den Hytai,den Lieblingski-!den des Hercules) entführen.
Naiv, Naivetät. Dieses Wort, welches Geliert zuerst ausdem Französischen (nalf, naiverü) uns zugebracht hat, ist lateinischenUrsprungs, von narlvu« (angeboren, natürlich), im Mittelalter»aivus. Viele haben es erklärt für den höchsten Grad des Natür-lichen im Ausdrucke der Gedanken und Empfindungen; allein wen» esnur diese Bedeutung hätte, wie käme es den», Laß es in keiner neuernSprache durch ein andres erschöpfendes Wort ersetzt werden konnte?Der Begriff, der mit diesem Worte bezeichnet wird, ist viel zusam-mengesetzter, und diese Zusammensetzung selbst veranlaßt einige Ne-benbedeutungen , die außerdem gar nicht füglich vorhanden seyn könn-ten. Die wesentlichen Bestandtheil« der Begriffe, welche durch dasWort Naivetät ausgedrückt werden, sind: natürliche, ungekünstelt«Empfindungen und Gedanken einer arglosen» unverstellten und an«sprachlosen Seele, geäußert ohne Rücksicht auf das, was durch Über-einkunft für schicklich oder unschicklich gehalten wird, durch Ausdrücke,welche mehr zu erkennen geben, als die ausdrückende Person selbst da-bei gedacht hat. Wollen wir nun die Erklärung des Naive» ganzkurz fassen, so werden wir wenigstens sagen müssen, es sey das Na-«tücliche im Gegensatz des Künstlichen (bloß Lurch Überein-kunft Geltenden). Daraus ergibt sich denn, daß da« Naive nur auseinem besondern Standpunkt als solches erscheint , und daß es der am jkünstlichsten gebildet« (oder verbildete) Beobachter am leichtesten be- >merkt, weil ihm der Contrast am fühlbarsten ist; dem Naiven selbstist seine Naivetät Natur. Aus dem Verhältniß des naiv Handeln-den oder Redenden zu dem künstlich gebildeten Beobachter erklä-ren sich all« Eigenschaften, die man mit dem Ausdruck des Naivenund der Naivetät zu bezeichnen gewohnt ist. i. Der künstlich igebildete Mensch ist dem Naiven an Verstand undWelterfahrung überlegen, wie ein Mann dem Kifibe.Dies« VerstandeSüberlegenheit ist die Ursache, warum ihm die Auß«'rungen der Naivetät, die den Stempel der natürlichen Einfallan sich tragen, als Einfältigkeit erscheinen. Aus derselbenUrsache müssen sie ihm als lächerlich erscheinen, zumal wenn sieals Abweichungen von der Verstandescegel ihn bei Personen überra-schen, bei denen er eine Kenntniß und Beachtung derselben voraus/setzen zu müssen geglaubt hatte. Deßwegen aber ist das Naive kei-neswegs lächerlich an sich, und man kann eS nur unter Einschrän-kungen, nur eine Art desselben, die doch vielmehr eine Abart hecke»sollte, als eine Art des Lächerlichen nennen. Ist aber der kunsEgebildete Mensch dem Naiven an Verstand und Welterfahrung >wer >legen, so steht hingegen s. der Naive eben so hoch an