SSL Naiv
uveigentUch als Naivetäten bezeichnen kann. A, B. in dem Sinn-gedicht von I. B. Rousseau:
slaie-sei« > cjn'oi» fz-se LllenoesDir, ki, renLiir .iut!>euor,l7ii prösilleiic äe »Liixe ;
(Ne-r im Nrerir s cece kvaäreldions »vvus llchä ZUKV.,, .. caukes «LIIS Iss eiicenllie.
Mit nicht größerm Rechte hat man gewisse unanständige Zweideu-tlgrelten für Naivetäten erklärt; was kann tue Unschuld dafür, daßder Verdorbene ihre reinen Äußerungen unrein deutet? In dieserDeutung , dieser Unferlegung liegt es aber überhaupt, daß die Äuße-rungen des Naiven mehr zu erkennen geben, als der Naive selbstdabei gedacht hat, und es wäre sonderbar zu glauben, daß keineÄußerung naiv seyn könne,- die nicht einen verborgnen Sinn ent-halte, oder gar e.ne epigrammaliiche Pointe habe. Wie aber, hatdenn jede Naivetät ihre Quelle in der Unschuld und Reinheit einesHerzens, welches sich bewußt ist, daß es nichts zu verhehln brauche?Entwicht nicht auch bisweilen, aus Mangel an Überlegung, in derVerblendung einer nichtswürdigen Leidenschaft, einem Menschen einAusdruck, der, ihm selbst unbemerkt, eine Gesinnung offenbart, dirso niedrig ist , daß er das größte Interesse gehabt hätte, sie zu »er«^ erzählt folgenden Fall. Ein französischer Kunstlichterharre bqs Gedicht eines ihm unbekannten Verfassers gelobt; jetztse„, Feind, sey der Verfasser, und ruft aus.'»Das hatte ich eher wissen sollen!" Ist dies nicht eine wahrhaftNiederträchtige Naivetät? — Es wäre hier so ziemlich derselbeMU dem Naiven des Herzens, wie er es vorhin mir dem Nai«Yen des Verstandes war; allein wir muffen auch hier sagen, -daß nichtsede Unuberlegthe.t eine Naivetät ist, odschon jede Naivetät in de»Augen des künstlich gebildeten Beobachters den Schein der Unüber-legtheit haben wird. Hier haben Einige eine Naivetät genannt, waSvon Seiten des Verstandes eine wahre Dummheit und von Seilen heSHerzens e«n roher AuSbruch des Affects ist, worin das Natürliche unsMcht gefallen kann, weil es uns mit Abscheu gegen den moralischenEharakter der Person erfüllt. Es ist eine Aufrichtigkeit hier, aberdiese unwillkürliche Aufrichtigkeit hat ihre Quelle nicht in der schöne»^ - Herzens, und wir fühlen uns nicht angezogen, sondernabgestoßen ; es ist ein Sieg der Natur und Wahrheit hier über Kunstund Verstellung, aber diese Natur ist verdorben, und die'Wahrheitdarum empörend. Wollte vielleicht jemand in diesem Fall an Sch llerappelliren , so zweisten wir doch, daß er den Prozeß gewinnen würde,Bekanntlich haf Schiller zwei Arten des Naiven unterschieden. „ZumNaiven", sagt er, „wird ersoderk, daß die Natur über die Kunst denSieg davon trage, es geschehe dies nun wider Wissen und Wil-le» per Person, oder mit völligem Bewußtseyn derselben,^rm ersten FE ist es das Naive der Überraschung und betu-st >gt; cn dem andern ist es das Raiive der Gesinnung undrührt." Jenes Naire würde demnach ein Naives der Überraschungseyn, aber — belustigt es? Wer auch nur diesem kleinen Fingerzeig«weiter nachgehen will, der wird finden, daß alles Naive der Überra»schung ein NaweS des Verstandes seyn müsse, denn nur als solchesrann es belullig-n-oder aus einem- andern Gesichtspunkt als lächerlich«schrillen. Ein Naives der Gesinnung, das zugleich ein Naives dek