Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
583
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Rake > Namur 533

Überraschung wäre, ist, nach Schiller selbst, im Widerspruch, indemetwas nicht zugleich wider Wigen und Willen und mit völligem Be-wußtseyn geäußert werden kann. Es dürfte daher wohl bei der obengegebenen Erklärung bleiben, und Schillers Erklärungen werden ei-nige Modifikationen erbalten müssen. llll.

Näke (Gustav Heinrich), geboren zu Dresden im Jahr 1736,Sohn des dasigen Hofraths und Oberamtmanns. Sein schon früh-zeitig offenbartes Talent zur Kunst bildete er auf der dortigenMahlerakademie, iie er von dem Jahre 1802 an besuchte, und spä-terhin unter besondrer Leitung des würdigen Professors Grassi aus.Schon in seinem rosten Jahre erhielt ein öffentlich ausgestelltes Ge-mählde, „Amor, der dem Jupiter den Donnerkeil raubt," vielenBeifall;, und im Jahr 1808 wurde dieser ihm ungetheilt gezollt,als er mit einem „Besuch der Elisabeth bei Maria" hervortrat.Die Einfachheit der Darstellung, die besondre Anmuth, Gemüthlich-keit und Lieblichkeit, welche dieses Gemählde umschweben, wirken aufalle Beschauer gleich mächtig, ungeachtet noch diese und jene Män-gel daran zu finden waren. Es ist dieses Bild durch einen zwarkleinen aber netten Kupferstich in dem Taschenbuch: Urania für1810, bekannt. In dem darauf folgenden Jahre stellte der jungeKünstler ein zweites Gemählde, welches denselben Gegenstand unterbedeutenden Veränderungen behandelte, aus, und bewährte durchdie Fortschritte, welche man im Vergleich seiner frühern Arbeitdarin fand, die gemachten Hoffnungen. Nach einer mehrjährige»Pause erschien endlich das Gemählde, welches seinen Beruf zurKunst vollends bewährte, und seinen Ruf begründete: „Faust undGretchen," nach Göthe's Dichtung. Alle, welche die Kunstausstel-lung im Jahr t8li besuchten, Kenner sowohl als Nichtkenner, wa-rm von dem edlen Charakter, der Wahrheit und Einfachheit derDarstellung, dem tiefen Gefühl, welches überall hervorleuchtete,der Anmuth des Colorits, der ganzen sseesenvollen nno fleißige»Behandlung, überrascht und entzückt. Keines von allen gleichzeitigausgestellten Bildern, es mochte noch so kunstgerecht seyn, konntedie Beschauer so oft und so anhaltend beschäftigen, als dieses.Gleichen Beifall fand es auf der Kunstausstellung zu Weimar im3 ahr i8l2, ja selbst der Dichter des Faust bat ihm diesen Zollnicht versagt. Es ist dieses Bild ebenfalls in der „Urania für1815" in Kupfer gestochen zu finden, deßgleichen auch eine von un-serm Näke gezeichnete andre Scene aus dem Faust. An einem Öl-gemähldo, welches diesen letzter» Gegenstand, jedoch mit mehrer»Veränderungen, darstellt, arbeitet gegenwärtig der junge Künstler:und es muß dieses Gemählde, der Anlage nach zu urtheilen, nochweit vollkommyer werden als das erste. Auch als Mitarbeiter andem becterschen Augufteum, zu welchem er eine Menge Zeichnungennach den besten Antiken lieferte, hat sich Näke in der Kunstwelt«ekannt gemacht.

Namur, vormals die Hauptstadt der Grafschaft Ramur,,einerder siebzehn Provinzen her Niederlande, welche, größtentheils Öster-reich unterwürfig, durch den lüneviller Frieden mit an Frankreich ab-getreten wurde; seitdem die Hauptstadt des aus der Graf chaftNamur und einem westlichen Stücke von Luxemburg gebildete» De-partements der Sambr« und Meuse, jetzt wieder gehörig zu dender Herrschaft des Hauses Oranien unterworfenen Niederlande«.Namur liegt am Einfluss« der Sambre in die Maas, ist befestigt.