Band 
Sechster Band. M und N.
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6oo Nassau (die Häuser)

beten sich im folgenden Jahre (1663) mit ihren bisherigen Feinde»,England und Schweden, stellten im I. 1672 in der Person desrsjährigen Prinzen Wilhelm III ihre Statthalterschaft wiederher, sahen sich vom treulosen England wieder verlassen, das sichsogar mit den, König von Frankreich und dessen Gehülfen (Mün-ster und Cöln) wider sie verband, und gemeinschaftlich mit die-len ihnen die drei Provinzen, Geldern, Ober-Assel undUtrecht entriß, und bis Mäyden (kaum drei Meilen von Am-sterdam), vordrang. England trat indessen schon im I. 1674von Frankreich ab, und schloß einen Pasticularftieden mit Holland.Prinz Wilhelm, der die Armee befehligte, focht und kämpfte miteinem wandelbaren Glücke, schloß aber im I. 167h einen Frieden zuNymwegen, der für Holland eben, so ehrenvoll als vortheilhastwar. Bald bot das hin- und herwankende brittische Ministeriumunter der Leitung seines katholischen Königs Jacob dem ebensowandelbaren Frankreich eine freundliche Hand. Fürst Wilhelm,dieses Jacobs Schwiegersohn, faßte den kühnen Entschluß, die in-nern zwischen den Sieformirten und Katholiken in England entspon-nenen Zwistigkeitcn zu benutzen. Er landete daselbst, verjagte denKönig Jacob, schwang sich auf den erledigten Thron und nvurdeim I. 1689 gekrönt. Nach einem achtjährigen Kriege, in welchemJacobs Anhänger und die ihn unterstützenden Jrländer und Fran-zosen der verlierende Theil, der rasche Wilhelm immer der Sie-ger war, wurde er durch den im I. iüc>7 zu Nyswick abgeschlsh-nen Frieden beendigt, und in selbigem dem glücklichen Helden nichtnur sein väterliches Eigenthum Orange zurückgegeben, sondernauch er von Frankreich als rechtmäßiger König der vereinten ReicheEngland, Schottland und Irland erkannt. Im I. 1709 starb Kö-nig Wilhelm, Fürst von Nassau - Onanien und Sratthalrerron Holland, und mit ihm erlosch das ursprünglich orant seheHaus. Durch ein von ihm schon rm I. 169g errichtetes Testamentwar der damalige Statthalter in Friesland, Jo hann Wil-helm Frisv, ein entfernter Better des Königs Wilhelm ausdem Hause Nassau - Die tz, zum alleinigen Erben seiner Lehn -und Allodial-Güter ernannt, der im I. 1711 aber auf seiner Reistvon der Armee nach dem Haag bei Mardyck ertrank. Sein erstnach seinem Tode geborner Sohn, Prinz Wilhelm Carl Hein-rich Fei so, wurde erst im I. 172s von der Landschaft Twenteund Dr ente, der Provinz Geldern und Lütschen, und im

1723 von Ober-Assel, Gröningen und Omeland zumStatthalter erwählt. Als im I. 1747 das holländische Flandernvon den andringenden Franzosen bedroht wurde, ward er zuerst vonden Staaten von Seeland zum Statthalter, Admiral und Gene- lral-Capital» ihrer Provinz proclamlrt, welchem Beispiel die übri-gen sieben Provinzen folgten, ihm die Erbstatthalterschaft auftru- !gen und selbst seine weibliche Nachkommenschaft an den Vorrechtendieser Würde Theil nehmen ließen. Hier wird bin Rückblick in die ^Bergangenheit nothwendig seyn. Es ist oben des von einem Meu- ,chelinörder erschvßnen Prinzen, Wilhelm I. von Onanien (-.es 1

erstgebornen Sohnes Wilhelms des Ältern, Grafen von Nal-sau), Erwähnung geschehn. Wilhelm I. hatte einem junger» ,Bruder, Namens Johann, der sich zur reformirten Religion rc- rkannte, in der väterlichen Erbtheilung die in der Wetterau.te-legnen Besitzungen Nassau, Dillenburg, Herborn, Sie- j