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oder weniger anSgrzrichnet äußert und hervortritt. Ja das Beste-hen einer Ration scheint nur durch StaatSeinheit, Natio-naltugend und Religion vollkommen gesichert. Bon Lei» Ra-tionalcharakter scheint noch wichtig anzuführen, welchen Ein-fluß er auf das Individuum habe, oder wie er sich zur Indivi-dualität verhalte, und wie man ihn demnach «ufzufaffen hat. WasErsteres anlangt, so ist der Rationalcharakter nicht etwas, das sichdem Individuum so nothwendig aufdringt, daß nicht ein Indivi-duum durch seine Richtung demselben mehr oder weniger entgegen-wirken konnte. Daher -jibt es auch Individuen verschiedner Natio-nen, welche sich in nationellen Zügen ähnlich sind, wie Glieder einerNation. Am meisten wirkt der Rationalcharakter auf die;enigen ein,welche sich dcffclben'nicht bewußt werden, mithin auf die kräftigeund unverdorbene Masse des Volks, welche (wenn nicht selbst gesel-lige Cultur d:e Haupkscite des Rationalcharakters ist), durch gesel-lige Verhältnisse den kräftigen Charakter ihrer Ration noch nichtabgeschliffen hat. Daraus folgt also das Zweite, daß man dasEdle des Rationalcharakters in dem kräftigern und unverdorb-ner» Volke, seine Schattenseite» aber unter den höhern Ständenfinde und aufzufassen habe. Weil aber «ine Nation nicht bloß ausallen ihren gleichzeitigen, sonder» auch aus allen ihren nacheinander lebenden Gliedern besteht, und jeder Charakter, alsoauch der Rationalcharakter, oder die besondre Richtung und In-dividualität, welche eine Nation als Ganzes zeigt, und wodurch sieeben sowobl ihre Glieder verbindet, als sie sich eben dadurch vonandern Rationen unterscheidet, in dem Leben der Nation sich all-mäh lig entwickelt; so muß, wer den Charakter einer Nation ent-wickeln will, auch ihre Vergangenheit und Gegenwart.kennen. L>»letztern Falle ist es erst vollk-o.mmen möglich, die ursprüngli-chen Züge des Nationalcharakrers von den abgleiteten, so wieLas Wesentliche von den zufälligen Äußerungen einer Nation,und was einer Ration eigenthümlich angehört (das Nationale) vondem, was sie mit andern gemein hat, zu unterscheiden. (Über ver-schleime Nationalcharaktere siebe Kants pragm. Anthropologie S.-2Y5-) Hier bleibt noch immer die Frage übrig, ob der National-ch^arakter etwas sey, was die Natur aus der Nation gemacht,oder vielmehr etwas, was die Ration aus sich selbst gemachtund gegeben habe. Denn ob zwar Abstammung und Sprache dieGrundlagen der Nationalität sind, welche jedes Rationalglied ohnesein Zuthun empfängt, so läßt sich doch das Gegebne weiter fort-bilden und zur eigenthümlichen Gestalt erheben. ^Darum pflegenwir auch z. B. zii sagen: Dichter und Philosovhen bildendie Sprache. Allein auch hier darf die herrschende Wechselwir-kung zwischen Freiheit und Raturnothwendigkeit nicht übersehenwerden. Wo nämlich irgend in einer Nation ein großer Geist auf-steht,, der nach außen lehrend, bildend oder herrschend wirkt, unddem Staate, der Kunst, der Wissenschaft.auf lange Seit seinen un-sterblichen Geist einhaucht- und keiner Sphäre einen neuen Schwung j«nd «ine feste Richtung gibt, da wird derselbe erst aus dieser Na- -tion entwickelt und gebildet, und das Gesammtlkben der Nationwirkt aus ihn (denn in dem Genius sind Empfänglichkeit und Seldl--thätigkeit in gleicher Energie vorhanden) eben so kräftig ei», «"»er Mit Freiheit das.Gesammtleben seiner Nation ergreift, eS elgen-tHÜnstich gestaltet »der in irgend einer Sphäre kräftig ausprägt»