Band 
Sechster Band. M und N.
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Nation

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großen Geistern sagt man, sie stehen über einer Skatidn, dies heißteben sowohl: in ihnen lebt und sammelt sich die Narionalkraft irreigenthümlicher Form, (Individualität) und wirkt in der besondernSphäre, als: sie bilden und leite» die Nation, und bestimmen soder Nationaicharakter durch ihr freies Wirken. Was ersteres an-lanzrz so finden wir oft, daß auch die grbßttn Geister selbst, wo esdarauf ankam, die Beschränktheit ihres Nationalcharakters inBeziehung auf Gehalt oder Form zu überwinden (z. B. die franzö-sischen und deutschen Dichter), ihre Nationalität nicht verlaugne»konnten, und derselben häufig ihren Zoll abtrugen. Eben so findenwir auf der andern Seit« Kunst, Wissenschaft, und jedes wahrhaftMenschliche einer Nation, was in ihr äußeres Leben eingreist,-wcmr.wir die Geschichte derselben überblicke», an das Leben und die Er-ziehung ihrer geniell-n Geister angeknüpft, und von ihnen gleich-sam ausgehend und verbreitet. Hier also zeigt sich, was die Frei-heit aus dhc Nationalität macht, und wie sie zu der Bildung desNationalcharakters einwirkt. Und hier treffen Freiheit und Noth-,Müdigkeit abermals zusammen. Denn einen großen Mann nennenwir wahrhaft den, welcher Idee» in gegebnen und geschaffnen Ver-hältnissen mir eigenthümlicher, ungemeiner Energie durchführt undzu reaiisire» sich bestrebt. Die Natur oder das Schicksal hat ihmvorgearbeitet, er findet Verhältnisse, und sein Platz ist ihm inseiner Nation bestimmt, die er nicht wählen, sondern als die seinige,äl-mit ihm verwandt, umfassen soll. Luch die hier gegebnen Verhält-nisse und das Eigenthümliche seiner Narion faßt der große GeistEil scharfem Blicke und im Lichte der Ideen auf, die ihn beseelen.Er betrachtet sie nicht als etwas Zufälliges und Willkürliches,sondern als etwas Nothwendiges und Ehrwürdiges; er siehtin dem Gegebnen der Nation Anlage und Bestimmung; erdurchschau«, chzg die Nation in irgend einem Kreise werden kann,und er leitet nun mit gottähnlicher Krekft und durch freieres Ein-greifen in die gegebnen Verhältnisse seine Nation in Thaten undWerken unbrrrückten Blicks zu diesem Ziele hin. Darum scheintm Zeiten, wo unter einer Nation große Männer erstanden sind,dieselbe ein schnelleres und bewegteres Leben zu führen, und sichrascheren Gangs ihrer Bestimmung zu nähern, als sonst in Jahr-hundertenl Lange dauert noch der, Schwung in dem Nationallebenstrt, wenn der Beweger nicht mehr ist, und es entwickelt sich eineZukunft, die der Genius schon gesehen, denn vor rhm schließt sichVergangenheit und Zukunft auf. Ju dieser Enrwickcluygaber tritt der Nationalcharakter vorzüglich in der Masse hervor, auf«>e sein Geist belebend wirkte. — Aus dem oben Gesagten kannauch klar seyn, wie sich die Bildung des Individuums zu der Ra-tionalbildung und Erziehung verhält, und wie diese zurMenschheit. Denn wenn Nationalität die Menschheit ist,loferu sie sich hei einer .Nation i» einer besondern Form oder be-Inmmter Beschaffenheit findet, mithin die Menschheit.über odervielmehr. in der Nationalität seyn soll, so darf auch der National-charakter nie so weit gehen, und Erziehung und Bildung ihn da»An fuhren wollen, baß er dem freien Berkeyc der Völker und-Menschheit Eintrag thut, und steten Haß zwischen ihnen nähre,«ine Nation, welche sich aus diese Weise abschließt und von der^^'nschaft i» der Menschheit avionderr, wücoe selbst geistig zu»ucrdleitzin, und sich «he freie humane Entwickelung »erschließen»