62g Naumachie
beit erhoben werden, könnte man ebenfalls bei jedem einzelne»,selbst im Staate lebenden Menschen einen Ratürstaiid annehmen,z. B. einen philosophischen, in welchem der gemeine Men-schenverstand sich befindet, oder der Mensch, so lange er sich nochnicht von der Natur durch Bewußtseyn absondert, und über denGegensatz des Bewußtseyns fragt, mit welchen Fragen und Unter-suchungen die Philosophie entspringt, welche keinem angeboren wird,sondern Werk der steiesten Selbstthätigkeit des Erkennens ist; fer-ner einen künstlerischen und poetischen, den man auch den Na-turalismus in der Kunst zu nennen pflegt (s Naturdichter). I.
Raumachie laus dem Griechischen von das Schiff und
ich streite), war die Nachahmung eines Ssetreffens, oderein künstliches Seegefecht, welches eine Gattung der feierlichen öf-fentlichen Spiele bei den Römern ausmachte. Cäsar war der erste,der dem römischen Volke das Schauspiel eines solchen Seegefechtsgab, und das Volk liebte bald dieses Schauspiel mit eben der Lei-denschaft, mit der es an seinen übrigen öffentlichen Spielen hing.Da der Circus .Marimus, in welchem zuweilen diese Seegefechte ge-geben wurden, zu unbequem dazu war, so wurden unter den Kai-sern eigne Plätze dazu eingerichtet, welche man daher Naumachien(und dieses ist die zweite Bedeutung des Worts) nannte. DieseNaumachien glichen in der äußern Form der Banart den Amphi-theatern*), nur mit dem Unterschiede, daß der freie Platz in derMitte der Naumachien zu einem Bassin ausgehöhlt war, in welchemdie Seegefechte gehalten wurden. So wie die ersten römischen Thea-ter und Amphitheater aus Holz bestanden, und nach den geendigrenSpielen wieder weggeschafft wurden, so wie in ihnen die Zuschaueranfangs standen und erst später hölzerne Sitze erhielten, so scheintdieses derselbe Fall anfangs auch mit den Naumachren gewesen zuseyn, und dies war um so natürlicher, da das Bauwerk in allen die-sen Gebäuden nur in einer Umgebung und der Anlage der Sitzebestand. Der Kaiser Domitian soll der erste gewesen sey», dereine Raumachie von Stein anlegte. Schon aus dem Gebrauche,wozu die Naumachien bestimmt waren, kann man schließen, daßes Gebäude »on ansehnlichem Umfange seyn mußten. Die Länge ei-ner Raumachie, welche Augustus anlegen ließ, und in welcher außervielen kleinen Fahrzeugen zo Schiffe mit drei Reihen von Ruder-bänken Platz hatten, betrug r 8 oo, und die Breite 200 Fuß. DeNaumachien wurden, so wie der Circus Marimus, wenn eine Rau-machie darin gegeben wurde, durch unterirdische Canäle plötzlich un-ter Waffee gesetzt, so daß sich oft vor den Augen der Zuschauerdie auf dem Trocknen liegenden Schiffe in die Höhe Hobeln Die-ses Wasser wurde gewöhnlich aus der Tiber (daher die Naumachienoft in der Nähe derselben angelegt wurden) , zuweilen aber auchdurch Wasserleitungen zugeführt, und floß mit eben der Schnelüg-
*) Da die oben unter dem Artikel Amphitheater angegebne Beschreibung,daß diese Gebäude eins runde oder ovale Form gehabt, vielleicht mau-chen unsrer Leser nicht ganz deutlich stn» mächte, so wollen wir hier t>-merken, daß das Wort Amphitheater der Etpmologie nach ein Gebäudebezeichnet- welche« auf.beiden Seiten ein Theater ist. Da nun die Formder alten Theater einem in der Mitte durchschnittenen Ei gleicht (v), stentsteht für »as Amphi- »der Doppel,heater die Figur eine« gaust»W (Ol. . . l.