Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
633
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-e / den (ro. Sept. und za. Oct. iSyy) beendigten neunjährigen Kriege,>- I und rlis r„!s ot 1756, geflossen sind, so ist sie such als die Haupk->- zrundlage aller der berühmten Geheimenrathsvervrdnungen (oicksr,

!I oi ooiiiioil) zu betrachten, welche in der neuesten Geschichte des

ie europäischen Tee- und kandhandels eine so tief eingreifende Rolle

n gespielt haben. Aur ausführlichern Kenntniß von der Geschichte

1- dieser merkwürdigen Acte empfehlen wir die Abhandlung des Prost

>e Büsch im 2ten Bande der von ihm und Ebeling herausgegeb-

ff »en Handlungsbibliothek und Engelbrechts Lorpus juri,

e nsutiei. I.

b Rares, in den ältesten Zeiten Dia und Strongvle, in

u der jetzigen neugriechischen Sprache Raxka genannt, ist die größte

h Insel in der Inselgruppe der Cykladen im ägeischen Meer. Sie ist

>, berühmt theils wegen ihrer außerordentlichen Fruchtbarkeit, theil»

d wegen ihrer Beziehung auf die Mythologie des Bacchus. Sie

d war reich an Getraide, an Wein, der zu dem besten von ganz

c ! Aiechenland gerechnet wurde, an edlen Baumfrüchten und anh Marmor, von welchem vorzüglich die unter dem Namen OphalteS

/ oder Ovhites bekannte Gattung häufig gebraucht wurde. Man

r l nannte sie, um ihre Fruchtbarkeit zu bezeichnen, oft Klein-Sici-» ! lien. Dem Bacchus, als dem eigentlichen Schutzgott der Insel,r schrieben ihre Bewohner diese außerordentliche Fruchtbarkeit zu.

S Bacchus hatte hier die vorzüglichsten Feste, Tempel und Altäre,

a Hier war es, wo er die vom Theseus verlassene Ariadnc (stehe diesen

b Artikel) tröstete; eine Mythe, welche von einigen Gelehrten so er-

' worden ist, als ob Lriadne bei einigen Flaschen Wein

i (Bacchus steht bekanntlich oft für Wein) die Treulosigkeit des The-

r scus vergessen habe. Die ersten Bewohner der Insel sollen Thra-

, Zier gewesen seyn, welche später von Theffaliern unter Anführung

- des Otus und Ephisltcs unterjocht wurden. Nachdem die Thessalien

1 wegen einer anhaltenden Dürre die Insel wieder verlassen hatten,

l ließen sich bald nach dem trojanischen Kriege Carier, deren Anführer

! Naxos geheißen haben soll, daselbst nieder. Pisistratus unterwarf

> °>e Insel der athenkensischen Oberherrschaft. Nach dem Tode des

' Pisistratus erlangte Naxos seine Freiheit wieder, und wurde außcr-

, ordentlich blühend und mächtig. Bald aber theilte auch Naxos das

> . Schicksal der meisten Inseln des Archipelagus, indem es unter die

> Oberherrschaft der Perser gerieht. Als diese indessen unter Lerres

i das eigentliche Griechenland zu unterjochen «ersuchten, benutzten die

Rarier diese Gelegenheit, um in den Schlachten bei Salamis undPlatäa auch ihre Freiheit zu begründen. AIs Athen jedoch in derFolge und besonders während des peloponnesischen Kriegs die klei-nen Inseln des Archipelagus und auch Rares unter dem Namender Bundsgenoffenschast zu sehr bedrückte, versuchten die Raxiervergeblich, sich dieser Oberherrschaft zu entziehen. Während deswithridatischen Kriegs geriethen sie unter die Herrschaft der Rö-mer. Der Triumvir Antonius unterwarf die Insel dem Protects,hat der Rhodier, entzog sie jedoch diesen bald wieder, als dies«ftre Oberherrschaft zu sehr mißbrauchten. So blieben sie in einemsusiand von Freiheit bis zu den Zeiten Bespasians, der sie zu ei-ner römischen Provinz schlug. Nachdem sie hierauf dem Schicksalebes oströmischen Kaiserthums gefolgt war, gerieth sie nach demSturz desselben, wie die übrigen Inseln des Archipelagus, unter dieOberherrschaft der Türken, denen sie noch jetzt gehört.