Band 
Sechster Band. M und N.
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638
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6Z8 Neckar Necker l'Aacques)

rungen bis zu den westlichsten Gränzen vsn Asien. Er schlug. denKönig von Ägypten Rcchao bei Karchcmisch, eroberte und zerstörteJerusalem, Tyrus und Lidon. Nach Art der asiatischen Eroberer,welche besiegte, unruhige Völkcrstämme in andre Gegenden versetzten,ließ er eine große Anzahl von Juden nach Babylonien verpflanzt»,deren Aufenthalt daselbst unter dem Namen des ExilS, oder derbabylonischen Gefangenschaft bekannt ist. Fabelhaften Sagen zufolgesoll er durch Lybie» bis zu der Westküste von Afrika vorgedrungenseyn. Die Sage, daß er sieben Jahre lang ein Ochse gewesen sey,scheint weniger aus der Krankheit der Lykanthropie («ine Krank-heit, nach welcher ein Mensch sich in einen Wolf oder ein andresThier verwandelt glaubt) hergeleitet werden zu müssen, als viel-mehr mit irgend einer orientalischen Symbolik in Verbindung zustehen. — Man vergleiche in diesem Werke die Artikel Assyrienund Babylon.

Neckar, einer der beträchtlichsten und anMuthigsten Flüsse imsüdlichen Deutschland, entspringt oberhalb des Dorfes Schwenningenim Schwarzwalde, ungefähr 5900 Schritte von Donsschingen, nimmtviele Bäche und kleine Flüsse, als z. B. Murr, Kocher, Enz, An-geld, Lauter, Zart, Lorenz, Filz, in sich aus, wird bei Kanstadtim Wirtembergischen schiffbar, daher der Handel durch ih» , vor-züglich bis Heilbronn, scbr lebhaft wirb, und ergießt sich bei Mann-heim in den Rhein. Sowohl im Wirtembergischen als im Badi-schen bietet der Neckarfluß die reizendsten und mahlerischesten Um-gebungen dar. Von ihm hat im Badischcn der Reckarkreis seinenNamen.

Necker (Jacques), geboren im I. 1734 zu Genf, woselbst seinVater Professor des deutschen Staatsrechts war, kam früh als Cosi-nus nach Paris zu dem Banquier Theluffon, und zeigte sich hierbald von einer unerwartet Vortheilhaften Seite. In der Abwesen-heit des ersten Commis dieses Hauses, dem die Börsengeschäfte über-tragen waren, vertrat Necker die Stelle desselben, und schloß, ohneRücksicht arrf die empfangn«« Jnftructioncn, ein so glückliches Ge-schäft ab, daß er seinem Hause einen Gewinn vo» 500,000 Livresverschaffte; er selbst empfing ein Geschenk von i2,c>c>o Livres, unddas Vertrauen Lhelussons, dessen Compagnon er wurde. In Zeit ^von 12 bis 1.5 Jahren übertraf er an Vermögen die reichste» Ban-auierhäuser. Geschickte Contracte mit der indischen Compagnie undSpecülationen auf die englischen Fonds im..Augenblick des Fric- §dens von 1763, von dem er früher als Andre unterrichtet war,vermehrten sein Vermögen bis quf sechs Millionen. Er dachte jetztdarauf, sich zu irgend einem Platz in der Administration emporzu-schwingen, und gab 1769 ein Werk über die indische Compagnieheraus. Er vertheidigte diese Compagnie, indem er an die Diensteerinnerte, die sie dem Staat in den bedrängtcsten Zeitpunkten ge-leistet hatte. Morellet und Lacretelle waren seine Gegner, undschienen mehr Beifall erlangen zu müssen, da sie die ausschließlichenPrivilegien angriffe», die Freiheit des Handels fodeiten und der ,öffentlichen Meinung schmeichelten, die allem, was der Regierungwidersprach, günstig war. Dennoch gewann Necker zahlreiche An-hänger, und selbst» die Tadler seines Systems ließen leinen Talen-ten Gerechtigkeit wiederfahren. Um durch einen gewissen literari-schcn Ruf die Aufmerksamkeit auf sich zu ziebn, schrieb er leineLiox« äo Loiboir. welche 1773 von der französischen Akademie ge-