Neckcr (Jacques) 639
krönt wurde. Diese Lobschrift hätte mit mehr Kritik abgefaßt seynkönnen, wenn die akademische» Formen erlaubr hätten, Lob undLadet zu mischen. Sein Werk 8»r la I»xsisl.,'nc>n >to» blas machteLufsehn. Trotz der Jncorrectbeit und Schwulst seines Styls, trotzdes Unbestimmten und selbst Leeren in seinen Ideen, gefiel er demgroßen Hauern der Leser durch seine Popularität, womit er die Ge-genstände der Finanzen zu behandeln wußte. Recker sing damalsan, eines gewissen Rufs zu genießen, den er noch zu xerniebrcnwuHte, indem er den Marquis von Pezay, der mit Ladwig XVl.eine geheime Korrespondenz hotte, in sein Interesse zog. Er ließdurch denselben dem Könige eine Denkschrift zustelln, in welcher ervon den HülfsqUelleN' des Staats ein zu vortheilhafles Bild ent-warf. Dieses Mittel beschleunigte die Erreichung seiner Plane.Am Ende des I. 1776 wuw-e er dem Generalcontroleur Labouceauzugegeben, der nach achtmonatlicher AmtS'ührung sich genöthigtsah, ihm im Juli 1777 seinen Platz einzuräumen. Maurepas, derungeachtet seines hohen Alters, seiner anscheinenden Sorglosigkeitund des Epicurisnuis in seinem Betragen auf eine lang gewohnteMacht nicht verzichten konnte, begünstigte seine Erhebung, indemer glaubte, einen unterwürfigen Diener in einem Manne zu finden,der durch seine Geburt die Großen zu Gegnern, und durch seineReligion die Geistlichen zu Feinde» haben mußte. Dies glauben,hieß die Denkungsart seines Schützlings nicht wohl kennen. Wiedem auch sey, Recker wurde in dem schwierigsten Zeitpunkte D-rec-t°r der Finanzen. Die Veruntreuungen unter der letzten Regie-rung hatten in der. Finanzen des StaatS einen großen Ausfall ver-ursacht, der amerikanische Krieg führte neue Ausgaben herhei;durch neue Auflagen hätte er leicht seine Popularität verlieren kön-nen; er bemühte'sich, durch Anleihen und Verbesserungen zu hel-fen. Zu Gegnern hatte er die Anhänger Turgot's, die er durchseine Grundsätze über den Getraioehandel von sich entfernt hatte.Alle Neuerungen Reckers wurden getadelt. Turgot selbst ging inj den Streit ein. Man warf Reckern eine übertriebne Borliebe für! die Ccusse b'cscompte vor; man stellte die Abschaffung der General-l cinnehmer als eine treulose Maßregel dar, den König unter dieVormundschaft der Financiers zu setzen; die Abschaffung der Treso-riers als die Erneuerung einer Idee des Schotten Law, dessen Namedie schrecklichsten Erinnerungen weckte; die Reform des königlichen! Hauses als das Attentat eines republikanischen GelsteS gegen die Ma-jestät des Throns; die Anleihen als einen zur Untergrabung desStaats geeigneten Ausweg. Der Plan, Provinzialversammlungen zuberufen, den Neckcr nach Turgot erneuerte, beunruhigte die Anhän-ger der Monarchie und die Pärlamenter, die er zu bloßen Gerichts-behörden zu machen drohte. Wenn er viele Feinde hatte, "so hatte erauch zahlreiche Vertheidiger, besonders unter den Gelehrten, die sein«Erhebung als eine Eroberung der Pbilosopkie betrachteten. Im I.1781 gab er seinen Lompre renclu über seine Verwaltung heraus;mehr als 2-00,000 Eremplare wurden von dieser Broschüre i» Umlaufgesetzt, die man ihres blauen Umschlags wegen spottweise l .o Eomnr»blxu nannte. Jetzt suchte Recker, von Ehrgeiz getrieben, in dasEonseil einzutreten. Man machte wegen seiner Religion Schwierig-keit; er glaubte, unentbehrlich zu seyn, und drohte, seinen Platzverlassen zu wollen; aber er war nicht wenig überrascht, als man inseine Entlassung willigte. Dies geschah im Mqi 1781, Er begab