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I Neigung 645
oad Waldungen es erlauben, einen kleidn Kriea mit.der benach-barten Eivilftatior.
Neigung. Ang-Vorne Neigungen. 'Daß die Neigun-gen auf dem Vermögen der Seele, zu begehren, beruhen und eine Artder Begehrunäcw sey, wird allgemein angenommen. Nicht so ein-stimmig sind die Best mmungcn dieses Begriffs K a n t erklärt dieNeigung als eine habituell (d. i. zur Gewohnheit) gewordnesinnliche Begierde. Abgesehen davon, daß man den Ausdruck B es,Zierde nur von starken, sinnlichen Bekehrungen gebrauchensollte, so geht nicht jede Neigung bloß auf das Sinnliche aneinem Gegenstand (z B. Liebe, Freundschaft), wohl aber überhaupt aufeinen individuellen Gegenstand, oder eine bestimmte Art derThätigkeit" (j> B. Spiel). Wir möchten daher die Neigung lieber1 bezeichnen als die positive und habituelle Begehrung ei-ne» individuellen Gegenstandes. ES geht hieraus hervor,daß nicht dem Thiere, sondern nur dem Menschen Neigungenbeigelegt werden dürfen; denn das Thier wird instin ermäßig zudem Gegenstände hingezogen, der ihm nicht als individuellergilt; iM Menschen aber. dessen Trieb die Heftigkeit des thierischenLvsrinctS abgelegt bat, und in den die Willkür hervortritt, vermögewelcher sich das Individuum mit Bewußtseyn für den individuellenGegenstand entscheiden und an ihn gewöhnen kann, entsteht die Stei-gung (inviinatio), die, wie das Wort andeutet, nur ein Hin»ei -gen ist, das auf dem Gewichte (Interesse) beruht, welches in demant Willkür begabten Geiste nach Maßgabe seiner ganzen Entwick-'lang und Bildung ein vorgestellter Gegenstand empfängt. Daher istauch die Neigung, so wie die ihr entgegengesetzte Avne igun g vondein ganzen übrigen Leben und Welen eines Menschen/abhängig,und gehört zu seinem psychologischen Ehar'akter; und daher haben> Wohl Einige (obschon unrichtig) den innern fortdauernden Grundetwa« zu begehren oder zu verabscheuen, statt der Begehrung selbst,Neigung oder Abneigung genannt. In dem hier von uns entwickeltenEinnekann eS nun keine angeborne» Neigungen gebe», indemkein Mensch eine entschiedene Hinneigung zu einem individuellen Ge-genstand, als solchem, mit auf die Welt bringt: -- denn ihm man-' gelt noch die Willkür, Erkenntniß und Bewußtseyn; — auch ist dirBegehrung des Menschen nicht mit seiner Geburt habituell.
! Man müßte also, um angeborne Neigungen zu behaupten, ent-weder den Ausdruck angeboren in einem sehr weite» Sinne nehmenund so verstehen, daß es Neigungen gebe, welche in der besondernAnlage des Menschen, z. B. in der individuellen Beschaffenheit desKörpers, mit ivelcher der Mensch geboren wird, wenigsten« mittelbarihren Grund haben; aber eben so den Ausdruck Neigung in einemsehr unbestimmten Sinne, für menschliche B/gehruogr» überhauptnehmen, oder mit den Trieben verwechseln, dann könnt«: man denTrieb eine angeborne Neigung nennen, und umgekehrt. Allein auchdie Erfahrung scheint dagegen zu sprechen. Neigungen nehmen wirE wahr, wo cher,Mensch sich geistig zu entwickeln anfängt, und seinWesen immer bestimmter wird; Triebe zeigen sich mit der Ge-burt. — Durch fortdauernde Gewöhnung wird hie Neigung zumHaag, wenn,sie immer wiederkehrt und ihren -egenfta»-nicht än-«ert. Hang ist,eine heftige, fortdauernde Neigung. Kon der
Leidenschaft unterscheidet sich-die Neigung dadurch, -aß sie.an sich>ans<.jst, verändert, wrrde» kann, und mehrere Neigungen wvh) neben