Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
652
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6z 2 ' Nemesis""

Löwen, der 'in einer Entfernung von fünfzehn Stadien 'von Ke-ine« eine Höhle gehabt batte, zu Ehren des Jupiter gestiftet wor-den. Eine dritte' Angabe vereinigt' diese beiden Sagen dahin,daß die nemeischen Spiele zwar aus den Leichenspiclen des Arche-rnorus entstanden, aber vom Hercules erneuert und dem Jupitergrividmct worden seyn sollen. Da die neineischen Spiele wenigerfeierlich und berühmt waren als die olympischen und pythischen,so hatte die Sitte', nach Nemeaden die Zeit zu bestimmen (wie mansie bekanntlich nach Olympiaden und Pythiaden bestimmte), nie all-gemein und gebräuchlich werden können. Jndcffc» gibt das Chro-nicon des Euseblüs das ste Jahr der ZZsten Olympiade als die An-fangsepochc der Nemeaden an. Die nemelschen Spiele selbst warentheils gymnastisch (körperlich), theils musikalisch (geistig), und da siein ihrer Einrichtung den bernhmtcrn olympischen glichen, so ver-weisen wir deßhalb auf den Artikel, worin von den olympischenSpielen die Rede seyn wird. Die Kampfrichter (Agonotheten) beiden nemeischen Spielen waren aus'Argos, Sicyon und Eorinthgewählt und trugen zum Andenken des Ursprungs der Feier schwarzeLrauerkleider. Sie waren berühmt wegen ihrer strengen Gerech-rigkeir und Unparteilichkeit, welche so weit ging, daß sie eine spä-ter erkannte Ungerechtigkeit durch Krönung eines schon verstorbnenAkämpfers wieder gut machten. Anfangs war der Preis des Sie-gers in diesen Spielen ein Kranz von Ölzweigen, später von grü-»em Epheu.

Nemesis. Eine philosophisch-moralische Aneinanderreihung-er oft sehr feinen Begriffe, welche das Alterthum mit dem Namendieser Görtin verband, hat Herder in den zerstreuten Blättern (r,2Li) und eine mehr historischkritische Manso im N. deutschen Mer-kur (iglc>, Stück 7) versucht. Die Nemesis ist die Göttin des Ma-ßes und des Einhalts, der Vergeltung, die Zähmerin der Begier-den, die Feindin des Ubermuths und des Stolzes, die Bewähttrinder Scheu und Achtung gegen Andre, die Herstcllerin des Gleichge-wichts zwischen dem zu Glücklichen und dem zu Unglücklichen, diegöttliche Rächerin der aus Übermuth entsprungnen Unthaten. Einbesondres Attribut ist, daß sie über die den Todten schuldigen Eh-renbezeugungen wacht, weßhalb das zum Andenken der Todten jähr-lich in Griechenland gefeiert« Fest Nemesis hieß. Die Angabe ih-rer Genealogie ist so mannichfaltig, wie die der meisten mythologi-schen Personen. Bald ist sie eine Tochter des Erebus und der:Nacht, bald eine Tochter der Nacht allein, bald der Dike (der Göt-tin der Gerechtigkeit), bald des Oceans und der Nacht, bald Ju-piters und der Nothwendigkeit. Sie wurde abgebildet in der Ge-stalr einer majestätischen Frau in der Tunika und dem übergeworfe-nen Peplum, mit einer Krone auf dem Haupte, auf welcher zu-weilen Hirsche und eine Victoria abgebildet sind. In der linkenHand hält sie bald'dine Schale, bald einen Zaum-, bald einenEichenzweiz, zuweilen sieht man «nch das Glücksrad «nd einen Greifdaneben zu ihren Füßen. Aus Münzen erscheint sie auf eine,» nutzwei Greifen bespannten Wagen, zuweilen mit einer Mauerkrone,zuweilen mit einem Scheffelmaß auf'dem Haupte. Am seltenstenerscheint sie geflügelt. Wie axsgebreitet und angeschn ihre Vereh-rung war, fleht man aus der Menge der Münzen und Gemmen,«ltf denen fle erscheint. Sie führt auch den Rainen Adrastea, vonUdrastoS, "welcher ihr, nach der einen Sage-in Adrastea, nach der'