Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
663
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Nerven 66z

Nervensäben ln tie Muskeln, ohne jedoch sich so subtil zu vertheile»,daß jede Muskelfaser einen eignen Nervenfaden bekäme; dessenunge-achtet ist der ganze Muskel dem Einflüsse des Nerven unterworfen,und zieht sich m allen seinen Fasern zusammen. Jeder Punkt derHaut ist empfindttch, ungeachtet diese nicht mit einem zusammen-hängende» Blatt von Rervenmark versehen ist, sondern nur ei»Gewebe von Faden bekommt. Von Humbold hat diesen sensiblenKreis von Lebensstvidum um dir Nerven auch durch galvanischeK>rsuche erwiesen. Roch auffallendere Beweise davon zeigen mancheErscheinungen des animalischen Magnetismus. (S. diesen Art.) —Nervenkrankheiten, sind solche Krankheiten, welche ursprüng-lich im Nervensystem tyren Grund haben, in einer Abweichung derOrganisati»» oder der Function desselben von der Norm besteh«,und sich durch eine Störung ferner eigenthümlichen und für untwahrnehmbaren Berrichtung "offenbaren. Die für uns erkennbare»Verrichtungen des Nervensystems sind das Gemeingefühl, die Sin-«esanschauunaen, Ewpfin ungen, Vorstellungen und Bewegungender Muskeliü In so fern b>e>e gestört sind und irregulär vonStauen gehn, ist wirkliche Nervenkrankheit anzunehmen. Dies«sind entweder in einer verletzten Organisation oder Veränderungihrer Kräfte gegründet. Beide können in einander übergehn undauch zugleich vorhanden seyn. Das feine Gefaßnetz des Neurklemskann zu re zbar werden, zu viel Blut und Nahrung den Nervenzuführen oder z» unthätig sey», wodurch die Ernährung des Ner-ven leidet, es können von gelchwächter E-nsaugung Stockungen undAnhäufungen schäolicker Stoffe an d.en Rervcnfäden Statt finden,welche haitnackige Schmerzen, Krämpfe, Lähmungen verursachen.Ist die Reizbarkeit des Nervensystems zu groß, die Sensibilität als»krankhaft ecböbk, so machen alle Eindrücke zu schnelle und heftigeEmpfindungen, erregen c ne heftige, aber ungeregelte Thätigkeit.Daher sin» gewöhnt che Gefühle schon schmerzhaft, die Snne wir-ken unangenehme Empfindungen, die Ideen sind grell und folgen instürmischer Unordnung, die Imagination ist zu lebhaft, die Bewe-gungen sind unwillkürlich, zuckend. Ist die Kraft des Nervensy-stems zu sehr vermindert, so gehen auch die Verrichtungen dessel-ben zu schwach von Statten, oder höre» ganz auf. GewöhnlicheEinbäcke erregen keine Empfindungen, die Sinne werden stumpf,die Imagination wird gelähmt, die Muskelbewegung erschlafft. DieKräfte des Nervensystems können aber auch ohne Ab- oder Zu-nahme eine krankhafte Stimmung erhalten, so daß gewisse Ein-drucke ganz andre als die gewöhnlichen Reactionen erregen. Diesfind die sogenannten Idiosynkrasien. Die wahrnehmbare» Zufälleder Nervenkrankheiten sind verschieden, je nach dem gewisse Partienan» Regionen desselben vorzüglich leiden. Trifft dies die Nervendes reproductivev Systems des ganzen Körpers, so entsteht ei«Schmerz, der sich nach Verschiedenheit der Theile unter verschied»«»Formen als Hunger, Durst, Müdigkeit, Ekel, Frost, Hitze, Angst,als juckender, ziehender, drückender, schneidender, stechender, klop-fender, bohrender, nagender Schmerz, die Empfindung der Taub-heit und des Einschlafens der Glieder, das Prickeln in denselben,wie Nadelstiche, äußert; besondre krankhafte Regungen des Instinkts,Arvetit nach Kreide, nach säuerlichen Dingen, die sonderbaren Ge,lüfte mancher Schwängern; falsche Vorstellungen voi^ Krankheit»es Grmeingefühls, wodurch die Theile des Körpers anders vorge,