Band 
Sechster Band. M und N.
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664 Nerven

stellt werden als sie wirklich sind, wie z. B. Kranke sich vorstellte», «sie seyen halb getheilt, oder ein zweites Ich läge neben ihrem ei> hgentlichen Körper, oder sie beständen aus Glas oder Wachs, hätten l

Weine von Stroh. In Rücksicht der krankhaften Sinnesäußerung!» s

L»bt es gleichfalls mehrere Verschiedenheiten, nach Verschiedenheit ider Theile selbst und den Veränderungen ihrer Nervenkräste. Bei «

Manchen ist da« Gefühl in der -Haut so stumpf, daß sie wederwarm noch kalt, weder hart noch weich unterscheiden können, An- '!

dere haben ein zu zartes Gefühl; Geruch und Geschmack können zie !

§ stumpf oder zu scharf werden, Andre können gewisse Gerüche durch, s

aus nicht vertragen, lieben dagegen andre, welche andern Mensch» tgewöhnlich zuwider sind. Eben so ist es mit dem Gehör. Roch man- <«ichfaltiger find die Erscheinungen von Krankheit der Gesichts»«, <ven. Übermäßige Empfindlichkeit, so wie Schwäche und Stumpf, rheit der Augen, Flecken, Funken, Bogen, Perlenschnur« u. s. w>, lDoppelsehen, Phantasmen und Figuren vor den Augen. Von der iErkrankung des innern Sinns, der Empfindungen, Vorstellung!» j

und Imagination gibt es gleichfalls mannichfaltige Äußerungen. I

Krankhafte Empfindungen erzeugen falsche Vorstellungen und fehler- e

haste Bilder der Phantasie. Diese können die Starke wirklicher i

Sinnesanschauungen erhalten, und wenn die Krankheit sich bis auf e

das Gehirn und das Seelcnorgan fortpflanzt, so unterscheidet der l

Kranke seinen subjektiven Austand nicht mehr von den Objecte» j

außer ihm, die kranken Vorstellungen regieren dann selbst den Wil-len und erregen die ihnen entsprechenden Begierden. Daher die !krankhaften Empfindungen ohne äußere hinlängliche Veranlassungen, iTraurigkeit und Lustigkeit in ausschweifender Art, periodische Muth- Ilostgkctt, ängstliche lebhafte Träume, Delirien, die Erscheinungen >des Alpdrückens. Manmchfaltig sind auch die Äußerungen der Ner- >venkrankheiten in dem Muskelsystem, die sich als Zuckungen, Krämpft !und Convulsionen zeigen, bald nur örtlich, bald allgemein, vor- !

übergehend oder anhaltend find. In manchen Fiebern, z. B. in de- >

nen die Nerven mit angegriffen sind, kommt ei» beständiges krank- >

Haftes, unwillkürliches Spiel der Gestchtsmuskcln zum Vorschein, !

eben so an andern Theilen des Körpers, z. B. das sogenannte Eeh- !

«enhüpfen. Die Augen werden mannichfaltig bewegt. Auch in den >

unwillkürlichen Muskeln entstehe» allerhand Krämpfe, z. V- der '

Magenkrampf, krampfhaftes Erbrechen, krampfhafte Brustbeklein- > '

münzen, Krampf des Zwerchfells, Herzklopfen u. s. w. Die An-lage zu Nervenkrankheiten kann angeboren, sie kann aber auch durchseblerhafte Lebensart, übertriebenen Luxus, Verweichlichung, über-mäßige Anstrengung des Nervensystems erworben sey». Die Gele-genheitsursachen find theils unter den vielfältigen Einflüssen derAußenwelt zu suchen/ z. B. die Luft, und ihre verschiednen Mi-schungen, ihr Antheil von elektrischem Stoff, ihre elastische Span-nung, ihr Grad von Trockenheit oder Feuchtigkeit; die Nahrungs-mittel, z. B. Fleischspeisen, erhitzende gewürzte Speisen und Ge-tränke erhöhen die Reizbarkeit der Nerven, vegetabilische Nah-rungsmittel verminderst, sie. Die mehrsten animalischen, und allevegetabilischen Gifte bewirken heftige Nervenkrankheiten (vergl. de»

Art. narkotisch). Theils wirken fremde Dinge im Körper als Ur-sachen der Nervenkrankheiten, z. B. sehr oft Würmer im Darwca-nal, eingesperrte Luft, selbst scharfe Unreinigkeiten mancherlei Artin demselben. Endlich find auch oft Affectionen des Körpers selbst,