Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
672
JPEG-Download
 

6?r Neuhos

seinen Weg über Leiden und Utrecht nach dem Haag. Hier wendete^ .an den spanischen Gesandten, durch dessen Fürwort er vomKönig in einem Regiment, das zur Beilegung der Mohren in Afrikabestimmt war, eine Lieutenantsstelle erhielt, und worin er balddurch sein Wohlverhalten zum Hauptmann befördert wurde. SeinUnstern wollte aber, daß er bei einem Ausfall aus der Festung inOran in die Hände der feindlichen Mohren gerieth, von denen erdem Dey nach Algier ausgeliefert wurde, wo er achtzehn Iahnals Dolmetscher Dienste geleistet, und überdieß zu den wichtigste»und geheimsten Angelegenheiten gebraucht worden seyn soll. DieJniel (oder wenn man will, das Königreich) Corsica war der Re-publik Genua unterwürfig, von der sie so hart bedrückt wurde,daß sie im I. 1726 ihre Ketten zu zerbrechen beschloß. Ihr Vorha-ben scheiterte; als aber nach drei fahren hie Eorsen mit neuen Auf-lagen belastet wurden, weigerten sie sich, verlangten, daß die Re-publik Genua ihnen verstatten solle, selbst für ihre Salzbedürfniffezu sorgen, und sie der Verpflichtung entlasse, das theure genuesi-sche Salz zu kaufen. Der Gouverneur Pinello schlug ihnen ihrbilliges Verlangen ab, und wollte sie mit Gewalt zur Erlegungder Abgaben zwingen. Sie griffe», von andern Mächten heim-lich unterstützt, zu den Waffen, die Ruhe wurde durch kaiserlicheHülfstruppcn hergestellt, und den Corftn manches bewilligt, wasihnen bisher hartnäckig verweigert worden war. Sie glaubten in-dessen, daß eine eigene Regierung sie besser schützen und ihre Selbsi-ständigkeit sicherer begründen werbe, als jede fremde Unterstützungund Hülfe, entwarfen im I. 1735 einen Plan zu einer neuen, gänz-lich von Genua getrennten Regierungsform, und sprachen die Dey'svon Tunis und Algier um Hülfe an, die ihnen dann auch, murrdes Barons von Neuhof Oberbefehl, zwei Regimenter und alleKriegsbedürfnisse, die ihnen mangelten, zukommen ließen. Neuhofwurde von den Corsicanern mit Dank und Freude empfangen, undim I. 1736 von ihnen zum Herrn und König ihrer Insel erklärt.König Neuhof wurde mit einer Krone von Lorbern gekrönt, ließ«ls Beweise seiner königlichen Macht und Gewalt Münzen vonKupfer und Silber schlagen, und stiftete einen Ritterorden unterdem Namen des Ordens der Erlösung. Bald nachher, imNovember 1736, verließ er, um auswärtige Hülfe zu suchen, C»-si'ca, kam auch schon im folgenden Jahre, und zwar mit vielemKriegsgeräthe zurück, das er in Holland von einigen dortigen Han-delshäusern, denen er zu einem vortheilhaften Baumöhlhandel wllCorsica Hoffnung gemacht hatte, zu erhalten so glücklich gewesenwar. Im I. 1738 kamen französische Hülfstruppen auf Corsica an,unter deren Mitwirkung die Ruhe hergestellt wurde. Als aberdiese im I. 1741 abzogen, entstanden daselbst, in des Königs Abwe-senheit, der sich bald in Holland, bald zu Florenz, bald in Vene-dig sehen ließ, neue Unruhen, die sein BruLersohn, den er zu einemPrinzen von Geblüte hatte erklären lassen, eben so wenig, als stmWetter, der Baron von Drost, der auf einer neapolitanischen Fr-louque auf der Insel ankam, und zum Oberbefehlshaber sämmtlicherTruppen ernannt wurde, zu dämpfen im Stande war. WarenNeuhof, oder vielmehr König Theodor, kam im I.

England an, beförderte und unterhielt die Bestrebungen der Corp-caner, der genuesischen Partei zu widerstehen, sah sich aber ball,das Königreich zu verlassen, genöthigt, und fand in einem Gefa-nj-