Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
707
JPEG-Download
 

Nivelliren Nivernois 7^7

nur zwei Kindern, des Apoll und der Diana, erhob, und zur Strafefür diesen Übermuth Ore Kinder, von den Pfeilen des Görterzwil-lingspaars getroffen, dabin sinken sehn mußte. Der Schmer; unddie Verzweiflung verwandelten die unglückliche Mutter nach langemUmherirre» in einen Stein, den man noch am Berge Sipv us imReiche ihres Vaters zeigte. Auch Amphion und Zerhus sielen, alssie voll Zorn in Apolls Heiligthum drangen, von den Putten desGottes durchbohrt. — Dieses ist die gewöhnliche Erzählung deSSa ich als der N.obe, in dessen Nebenumstäne-en die Dichter, welchedie^e Geschichte eben so ost als die Künstler zum Gegenstand ihrerDarstellungen gemacht haben, sehr häufig abweichen. Der Haupt»gründ der Fabel selbst scheint in jenem allen Sprachgebrauch zu lie-ge» , daß man von jungen Leuten, die eines plötzlichen Todes star-ben, sagte', der Pfeil des Apoll oder der Diana babe ü'e getroffen,so wie das Versteinernverden fast in allen Sprachen das gewöhn-liche Bild für den höchsten Grad der erstarrenden Verzweiflung ist.Eine der schönsten Kunstdarstellungen des Alterthums hat sich in der so-genannten Gruppe der Niobc erhalten, welche von Angeko Fabroni(Florenz 177Y) dc-ond,rs beschrieben und euch in Winkelmanns Ge»-schichte her Kunst eB, 1 S. 148) gehörig gewürdigt worden ist. Diediese Gruppe bildenden Statuen ,-aur.en im Jahre r.sgg bei der porra.iole-rononsis in Rom aufgegraben, vom Cardinal Ferdinand v Me-- dicis gekaust, vom Großh,rzog von Toscgna, Leopold, im Jahrei 77 o in der Rotunda la Tribun« zu Florenz aufgestellt, und in Folgedes französischen Eoacual.onssysiems in neuer» 'stellen nach Paris ge-blecht, wo sie noch jetzt eine der schönsten Zierde des MusLums derAntik,n isi.

Nivelliren heißt ausmeffen, wie sich die Höhe her Oberflächedes Wassers an einem gew.sten Punkte zu der Höh? desselben an einemandern Punkte verhalt, oder untersuchen, um wie viel das Wassera» einem gew ssen Punkte Wetter vom Mittelpunkte der Erde entferntist, »ls an einem andern. Da auf diese. Bestimmung der Fall deSV assers beruht, so ergibt sich hieraus ichcn von leibst, von welcherWichi'gkect das Nirell ren bei Bergwerken, Wassermühlen und allenandern Lauten und Anlagen sey, bei denen das G-iälle des WasierSin Betrachtung kommt. Die zu diesem Abmessen erttindenen Werk-zeuge nennt man Wafferwagen oder R'vellirwagen, d-e au'' verschied»«Art gewacht weiden. — I» einer abgeieirclen Bedeutn,!« verstehtman auch unter St 1 veau cder Wasser paß (Schrüawoß, w e r-pendicul) das Instrument, von dessen Mitte eme Bleikugel her-abhängt , und dessen sich die Maurer und Iimmerleute bedienen umdie Hvrizontallinie zu nehmen und zu iehen, ob die von ihnen geleg-ter. Steine oder Hölzer gleich liegen. Hieraus ergibt sich die meta-phorische lübergetragenc) Bedeutung des Worte Niveau von selbst.So sagt man z B. voittemem Mensche», daß er sich nicht zum Niveaueines andern erheben könne.

Nivernois (Louis Jules Mancini, Herzog von), französi-schcr Slaatsminister, Mitglied der Akademie der schönen Wis-senschaften zu Paris, wurde daselbst den istten December r7r6 gebo-ren. Er war ter Enkel jenes Herzogs ven Nevers, der durch seinenGeist, durch leinen Hang zur Pcesie und durch seine ungerechten Ur-th->le über R eine berühmt geworden ist. Nachdem ver junge Her-zog von Nivernois sich eine Zeit lang der muttärttchen Laufb ihn ge-widmet hatte, ging er in d>« diplomatische üoer, und war französt-