Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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I Norwegen Norwlch 7Z9

Norwegen, im schwedischen Niorrige, im Dänischen Norge,«In jetzt mit Schweden vereinigtes Königreich auf der skandinavi-schen Halbinsel, wird gegen Osten von Schweden und nach den übri-gen Wcltgegenden zu von der Nordsee begränzt. Dieses Land, wel-ches vormals seine eignen Könige hatte, war seit 1387 mit Däne-mark vereinigt, indem in diesem Jahre Margaretha, Tochter Wah-demars IN-, Königs von Dänemark und Wittwe Hakons Vlil.,Königs von Norwegen, nachdem ihr von den Dänen schon im Jahr1^76 zum König von Dänemark erwählter Sohn Olav gestorbenwar, als Königin in beiden Reichen anerkannt wurde. Die Berei-nigung von Dänemark und Norwegen dauerte bis zum Jahre 1814»Als Preis des Beitritts zur Allianz gegen Frankreich war nämlich,wie versichert wird, schon im Jahre 1812 von einigen allürtenMächten der Krone Schweden das Königreich Norwegen, welches, dem mit Frankreich verbundenen Dänemark entrissen werden sollte,i zugesichert worden. Nach der Schlacht bei Leipzig im October l8izI wandte sich der Kronprinz von Schweden mit seinem Armeecorps- gegen Dänemark, und nach einigen blutigen Auftritten im Holstei-nischen wurde in den letzten Lagen des Decembers rgiZ der Fried«i zu Kiel geschloffen, in welchem Dänemark das Königreich Norwe-gen an Schweden abtrat. Da jedoch der dänische Ptinz Christian,welcher Gouverneur von Norwegen war, von den Ständen d'cseS! Landes, welche die im kieler Frieden geschehene Abtretung nicht an-erkennen wollten, zum unabhängigen König von Norwegen erwähltworden war, s» drang der Kronprinz von .Schweden im Sommer' 1814 mit einer Armee in Norwegen ein, und pach einigen Gefech-! ten wurde eine Convention geschlossen, vermöge welcher Norwegenals selbstständiges Königreich mit einer besondern Constitution mitSchweden vereinigt wurde. — Der Flächeninhalt von Norwegenbeträgt 7558 Quadratmeilen. Das Clima ist besonders im östlichenTheile äußerst rauh, und bloß an der Küste etwas gemäßigter. DieLuft ist indessen sehr gesund, und der Sommer, wie im ganzeni Norden, kurz und brennend heiß. Moräste, Wälder, Berge und^ Wüsteneien beurkunden die noch schwache Bevölkerung, (man rechnetauf Norwegen gewöhnlich 8- bis yoo,ooo Einwohner) und legen derCultur -des Bodens große H ndernisse in den Weg. Die Einwoh-ner müssen sich daher außerordentlich behelfen, und sind oft, wenndie Gctraidezufuhr feklt, der HungcrSnoth ausgesetzt. Die Aus-fuhr des norwegischen Handels besteht in Holz, vorzüglich zu Mast-bäumen, Eisen, Kupfer, Pech, Harz, Salz, Butter, Pclzwerk,Asche, trocknen Fischen, und vorzüglich Heringen. Die Einfuhr be-steht in Gewürzen, Salz, Wein, Getraide, Weinessig, Brannt-wein, Tuch, Käse, Tabak und Kramwaaren. Die Einwohner, ei.gentliche Norweger und Finnlappen, sind lutherischer Religion, undihre Svrache ist von der dänischen sehr wenig verschieden. DasLand wird in vier Stiftsämter eingetheilt: Christiania oder Agger-hlius, Christiansand, Beigen und Drontlieim.

Norwich, Hauptstadt von Norfolk (stehe d. Art.) am Zusam-menfluß der beiden kleinen Flüsse Winster und Vare, ist der Sitzeines englischen Bischofrhums, welches zu dem Erzbischvfthum vonCanterbury gehört. Die Stadt enthält viele schöne Gebäude, undzwischen 36- bis 37,000 Einwohner. Wallcknen, welche, durch dieVerfolgungen des Herzogs von Alba vertrieben, hier unter Begün-stigung der Königin Elisabeth einen Zufluchtsort fanden, haben ur-