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dentlicher Professor im Z. 1762 einen solchen Beifall, daß er dengroßen Hörsaal der Universität zu seinem Auditorium wählen muß-te. Dieser Beifall erhielt sich bis zum Oktober 1806, wo die Un-fälle, welche dqs Vaterland trafen, auch seiner Thätigkeit ein Zielsetzten. Er verdankte ihn dem steten Fortschreiten mit derAufklärungdes Zeitalters; denn se ner tiefen Gelehrsamkeit ungeachtet blieb ernoch in seinem hohen Alter für neue Ansichten empfänglich. Ihmwar das theologische System kein geschloßnes Ganzes, das keinerVervollkommnung fähig wäre. Muthia widersetzte er sich allen Ein-griffen, die man in Glaubens - und Gewissensfreiheit zu thun ver-suchte, wie er besonders gegen die Glaubenscommission unter Fr ed-rich Wilhelm ll. bewies. Der jetzige König von Preußen legte demverdienstvollen Greiseden Charakter eines gebeimenRathS bei und zeich-nete ihn bei seiner Anwesenheit in Halle persönlich als denjenigen Mau naus, dem die meisten und vorzüglichsten Theologen in je nen Staa-ten ibre gelehrte Bildung verdankten. Um so schmerzlicher traf ihni das Schicksal Preußens im I. i8o6, das er nur kurze Zeit überlebte.
^ Er starb als Senior der Universität am loten März 1807. Von. seinen Schriften sind die vorzüglichsten seine Anweisung zur Bildungangehender Theologen, Z Bände, und seine Anweisung zur Kennt-niß der besten theologischen Bücher. Die übrigen sind exegetischen,moralischen und religiösen Inhalts. >
N 0 stradamuS. Michel Notre Dame wurde im,Jahr iZoz zu^ St. Nemy in Provence geboren. Er stammte aus einer ehemals jü-dischen Familie, studirte Medicin, legte sich etwas auf Quacksalbe-rei, und fiel zuletzt auf die Lieblingskrankheit seines Jahrhunderts,die Astrologie. Die Prophezeiungen, die er in seiner Abgeschieden-heit zu Salon in gereimten Quatrains zu ganzen Hunderten derWelt bekannt machte, erregten durch ihren Ton und ihre Dunkelheitselbst großes Lufsehn. Heinrich II., König von Frankreich, ließden Verfasser zu sich kommen und beschenkte ihn königlich. Als die-ser Monarch in einem Tournier durch Ungeschicklichkeit verwundetwurde und das Leren verlor, glaubte man die Prophezeiung diesesTodesfalls in dem-jgsten Quatrain der ersten Centurie des Rostrada-mus zu finden, welches folgendermaßen lautete:
! Die angesehensten Personen seiner Zeit besuchten ihn zu Salon.
! Carl IX ernanirte ihn zu seinem Leibarzt. Indessen fehlte es dochauch nicht an solchen, die seiner Prophezeiungen spotteten. Jodellemachte-unter andern folgendes Wortspiel auf diesen Propheten:
Nostradamus starb zu Salon im I. rgk>6. Merkwürdig ist eS übri-gens, daß an demselben Orte im siebzehnten Jahrhundert ein ähn-licher Zukunftverkündlger geboren wurde, ein gewisser Frangois Mi-chel, seines Gewerbes ein Hufschmid. Dieser Mann reis'te im I.1ÜY7 an den Hof Ludwigs XlV. und wurde hier mit großen Gna-denbezeigungen, wie man sagt, wieder entlassen. Auch dieser Mannmachte zu seiner Zeit großes Aufsetzn.
Rotabeln. Wenn man das Wort Notab eln (französischI-o UocaUlo«) durch die Umschreibung: die bedeutendsten