7 So Notendruck
den zuerst buräh Papst Gregor l. am Ende des 6ten Jahrhunderts .auf sieben zurückgebracht und mit den sieben ersten Buchstaben deslateinischen Alphabets bezeichnet, so daß die Uncialbuchstaben für dieerste Stimme, die kleinen Buchstaben für die überschlagend« Stim-me und die doppelten Buchstabe» für die doppelt überschlagende ,Stimme gebraucht wurden. Di»ses zwar vereinfachte, jedoch immnnoch sehr unvollkommne Notensystem dauerte, bis Lretin (Guido vonArezzo, dem alten Avetium in Hetruricn), ein Vcnedictinerabt im ^I. ro22 auf die Idee gerieth, statt der Buchstaben sich der Punkte imit fünf Linien zu bedienen, indem er die Punkte sowohl zwischen ^die Linien als auf dieselbe» setzte. Die Buchstaben, deren man sichvorher statt der Roten selbst bedient hatte, wurden nun Schlüssel, ^elavc, (siehe den Artikel Schlüssel). Da indessen dieseneuerfundnen Linkenpunkte noch nicht die Verschiedenheit der Dauer ^der Töne bezeichneten, so blieb noch die Erfindung übrig, ihnen ^durch besondre Gestaltung auch diese Bedeutung beizulegen. Diese >Erfindung wird von einigen einem Deutschen aus Eöln, mit Namen !Francs, beigelegt, der gegen das Ende des Uten Jahrhunderts !lebte. Andre schreiben sie, oder wenigstens ihre Vervollkommnung, !d?m Johann de Murs (Jean dc Moeurs oder Meurs) zu, der zwi- ischen den Jahren rzzo bis 50 angefangen habe, die einfachen Punkte >in kleine Quadrate zu verwandeln, die bald schwarz, bald nicht !schwarz waren, bald Striche, bald keine Striche hatten und diswei- Ilen mit krummen Strichen (Schwänzen) versehen waren, wodurch inoch jetzt die Verlängerung Und Verkürzung der Noten ausgedrücktwird. Die -iiminario oder Verringerung und Zergliederung einerNote in Noten von geringerm Werth (z. B. wenn ein Viertel in sAchtel oder 4 Sechzehnthcile zergliedert wird) und der Gebrauch derlaufenden Roten ist zuerst von Jean Mouton, Kapellmeister KönigSKranz I. von Frankreich, im i6te» Jahrhundert erfunden worden.
Notendruck, Notenstich. Man muß in der Geschichte deSNotendrucks zwei Perioden unterscheiden: die erste, in welcher mansich zum Notendruck ganzer Platten bediente, und die zweite, inwelcher man die Noten auf eine ähnliche Weise setzte, wie man Bü-cher mit beweglichen Lettern setzt. In der ersten Zeit bediente mansich dazu der Holztafeln. Die ältesten, wahrscheinlich mit solche»Lafeln gedruckten, Noten, die man kennt, sind vom I. 147z. Hier- >auf folgte der Notenstich und Notendruck mit Kupferplatten und sZinnplakten, welcher letztere zuerst gegen die Mitte des vorigen >Jahrhunderts sehr gewöhnlich wurde. — Was die zweite Periode !dieser Kunst betrifft, so ist man ungewiß über den Erfinder der ^erste« gegossenen Musiknotsn. Gewöhnlich hält man dafür den Ja- scob Sanlccque (geboren zu Eaulcn in der Picardie 1558), einen !berühmten Schriftgießer zu Paris, der daselbst im I. 1648 starb.Die Kunst, mit solchen Noten zn drucken, blieb indessen sehr unvoll-kommen, so daß man sich gewöhnlich lieber der Methode bediente,Noten in Ainnplaltcn zu schlagen und sie mit einer Kupfecpreffeabzuziehen» bis endlich der berühmte Brcitkopf in Leipzig jeneKunst, sich der Noten wie der Buchdruckertypen zu bedienen, auf >einen solchen Grad der Vollkommenheit brachte, daß er i.n Grundefür den e'sten Erfinder derselben gehalten werden kann. — AuSzcnen Zeiten, wo der Notendruck mit Holztafeln noch nicht einmalganz vervollkommnet war, findet man gedruckte Bücher, in welche