Nothtaufe Nokre-Dame 75 z
!r wiederkehrenden Streitigkeiten beweisen auP neue, daß es noch keinemPhilosophen gelungen ist, die höchsten Grundsätze der Moral zur>- mathematischen Evidenz eines geschloßnen Systems zu bringen,r Noth raufe ist diejenige Taufe, welche in Dem Falle, wo ein
h neugebornes Kind dw Ilnkunft des Pfarrers nicht erleben zu können
g scheint, von der Hebamme oder einer andern, eben gegenwärtigen
b christlichen Person mir Aussprechung der Laufformel und des christ-
h lichen Glaubens verrichtet werden kann. Diese Erlaubniß hat die
h Kirche schon im 2ten Jahrhunderte in der Meinung gegeben, baß
e ungetaufr verstorbne Kinder der ewigen Verdammniß nicht entgehen
" könnten. Wenn man nun auch in neuern Zeiten über das Schicksal
- ungetaufter Kinder liberaler denken gelernt bat, so ist doch in den
. Kirchenordnungen zur Beruhigung der Ältern die Erlaubniß der
- Notdtaufe veibehalrcn und nur die Bedingung hinzugefügt worden,
, daß ein im Falle der Roth von einem Laien gekauftes Kind, wenn
" . es leben bleibt, in der Kirche oder zu Hause von dem ordinirten" Pfarrer zur Bestätigung seiner Taufe abermals c ngesegnet werden
soll. Die katholische Kirche befiehlt auch Kindern, die noch nichtvöllig geboren sind, wenn zu fürchten steht / daß sie nicht lebendigl> ans Licht der Welt kommen möchten, sobald nur ihr Körper mit
, ' Wasser erreicht werden kann, die Rothtaufe zu geben. L.
- Notiren. Einen Wechsel notircn, heißt, sich die Aufnahme
t des förmlichen Protestes noch vorbehalten. S. Wechsel.
- Notre, (Andre le), geboren zu Paris im I. 161z, folgte
- seinem Barer in "dem Amte eines Intendanten der Gärten in den
t Tuilerien. Er war der erste, der die Gartenkunst in Frankreich
c auf eine hohe Stufe der Bollkommenhcit brachte. Als der König
> die schönen Anlagen sah, welche le Notre auf Foucquets Befehl
l bei dessen Schlosse Naur-le - Vicomte gemacht hatte, übergab er ihm
> die Direktion aller königlichen Parks. Jetzt hatte le Notre ein wei»
, >es Feld, um seine Talente zu zeigen. Er verschönerte Versailles,
! Trianon, und legte zu Sr. Germain jene berühmte Terrasse an, die
- man mit stets erneuerter Bewundrung wieder sieht. Die Gärten
- von Clagny, Ehantilly, St. Cloud, Meudon, Seaux und tausend
, andre Verschönerungen waren sein Werk. Er ress'te nach Italien
! in der Absicht, sich daselbst weiter auszubilden, aber'er sah, daß
t ^ sein schöpferisches Genie schon in Frankreich den Gipfel der Vollendung! 1 erreicht hatte. In Nom wurde er dem Papst Jnnocrnz Xl. vorgestellt,
> den er umarmte, weil er, wie Einige behaupten, dieses mit allendenen that, welche seinen König (Ludwig XIV.) bewunderten; ja so-
> ! gar diesen König selbst soll er, so oft er von einem Feldzuge zu-
> ^ rückkehrte, umarmt baden. Im I. 1Ü75 erhob ihn Ludnstg XI V. in
den Adelstand. Le Notre besaß auch Talente für die Mahlerest Er! hat das königliche Cabinet mit e nigen Stücken bereichert, welche! 1 außerordentlich geschätzt werden. Er starb zu Paris im September
' i 1700. Sein Neffe Desgots hat seine Lebensbeschreibung her»
I ausgegeben.
l Notre-Dame (bekanntlich der alte Ausdruck für die Jung-
frau Maria) ist der Name der großen Kathedralkirche von Paris,
' deren zwei hohe viereckige Thürme eben so berühmt sind, wegen dervortrefflichen Aussicht, die man daselbst hat, als wegen des feierli-chen Klangs ihrer großen Glocken. Die Kirche selbst enthält vierReihen von Pfeilern, 4g Capellen, ein vortreffliches Chor und ein«Menge der ausgezeichnetsten Denkmäler und Gemählde, Gleich nebe»«an», kex. Aust.) VI. 48