Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
753
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Nothtaufe Nokre-Dame 75 z

!r wiederkehrenden Streitigkeiten beweisen auP neue, daß es noch keinemPhilosophen gelungen ist, die höchsten Grundsätze der Moral zur>- mathematischen Evidenz eines geschloßnen Systems zu bringen,r Noth raufe ist diejenige Taufe, welche in Dem Falle, wo ein

h neugebornes Kind dw Ilnkunft des Pfarrers nicht erleben zu können

g scheint, von der Hebamme oder einer andern, eben gegenwärtigen

b christlichen Person mir Aussprechung der Laufformel und des christ-

h lichen Glaubens verrichtet werden kann. Diese Erlaubniß hat die

h Kirche schon im 2ten Jahrhunderte in der Meinung gegeben, baß

e ungetaufr verstorbne Kinder der ewigen Verdammniß nicht entgehen

" könnten. Wenn man nun auch in neuern Zeiten über das Schicksal

- ungetaufter Kinder liberaler denken gelernt bat, so ist doch in den

. Kirchenordnungen zur Beruhigung der Ältern die Erlaubniß der

- Notdtaufe veibehalrcn und nur die Bedingung hinzugefügt worden,

, daß ein im Falle der Roth von einem Laien gekauftes Kind, wenn

" . es leben bleibt, in der Kirche oder zu Hause von dem ordinirten" Pfarrer zur Bestätigung seiner Taufe abermals c ngesegnet werden

soll. Die katholische Kirche befiehlt auch Kindern, die noch nichtvöllig geboren sind, wenn zu fürchten steht / daß sie nicht lebendigl> ans Licht der Welt kommen möchten, sobald nur ihr Körper mit

, ' Wasser erreicht werden kann, die Rothtaufe zu geben. L.

- Notiren. Einen Wechsel notircn, heißt, sich die Aufnahme

t des förmlichen Protestes noch vorbehalten. S. Wechsel.

- Notre, (Andre le), geboren zu Paris im I. 161z, folgte

- seinem Barer in "dem Amte eines Intendanten der Gärten in den

t Tuilerien. Er war der erste, der die Gartenkunst in Frankreich

c auf eine hohe Stufe der Bollkommenhcit brachte. Als der König

> die schönen Anlagen sah, welche le Notre auf Foucquets Befehl

l bei dessen Schlosse Naur-le - Vicomte gemacht hatte, übergab er ihm

> die Direktion aller königlichen Parks. Jetzt hatte le Notre ein wei»

, >es Feld, um seine Talente zu zeigen. Er verschönerte Versailles,

! Trianon, und legte zu Sr. Germain jene berühmte Terrasse an, die

- man mit stets erneuerter Bewundrung wieder sieht. Die Gärten

- von Clagny, Ehantilly, St. Cloud, Meudon, Seaux und tausend

, andre Verschönerungen waren sein Werk. Er ress'te nach Italien

! in der Absicht, sich daselbst weiter auszubilden, aber'er sah, daß

t ^ sein schöpferisches Genie schon in Frankreich den Gipfel der Vollendung! 1 erreicht hatte. In Nom wurde er dem Papst Jnnocrnz Xl. vorgestellt,

> den er umarmte, weil er, wie Einige behaupten, dieses mit allendenen that, welche seinen König (Ludwig XIV.) bewunderten; ja so-

> ! gar diesen König selbst soll er, so oft er von einem Feldzuge zu-

> ^ rückkehrte, umarmt baden. Im I. 1Ü75 erhob ihn Ludnstg XI V. in

den Adelstand. Le Notre besaß auch Talente für die Mahlerest Er! hat das königliche Cabinet mit e nigen Stücken bereichert, welche! 1 außerordentlich geschätzt werden. Er starb zu Paris im September

' i 1700. Sein Neffe Desgots hat seine Lebensbeschreibung her»

I ausgegeben.

l Notre-Dame (bekanntlich der alte Ausdruck für die Jung-

frau Maria) ist der Name der großen Kathedralkirche von Paris,

' deren zwei hohe viereckige Thürme eben so berühmt sind, wegen dervortrefflichen Aussicht, die man daselbst hat, als wegen des feierli-chen Klangs ihrer großen Glocken. Die Kirche selbst enthält vierReihen von Pfeilern, 4g Capellen, ein vortreffliches Chor und ein«Menge der ausgezeichnetsten Denkmäler und Gemählde, Gleich nebe»«an», kex. Aust.) VI. 48