762 Nymphen
Waaren, vorzüglich der Dreckslerarbeiten, Holzarbeiter» unt Spiel-farben, welche durch ganz Europa verfuhrt werden, rührt von der frü-ge, en Lebensart der nürnberger Arbeiter und der Bauern auf demSchwarzwalde her, deren Kinder während des Winters sich mit derWertertiauna eines großen Tbe-ls der tö'zernen Waaren und Spielsa-chen beschäftigen Man rechnet den Betrag oer jährlichen Einkünfteder St.dt zu r Million Gulden, welches, zu 4 p, C. berechnet, einenCapitalwertk von 25 Millionen Gulden voraussetzt.
Nymphen. So nannte der Grieche d>e weiblichen Wesen, diedurch nährende und belebende Feuchtigkeit einen wohlthätigen Einflußauf die ganze Natur ausüben. Erzeugt von Stromgöttern, Söhnendes Oeeanu« oder vom Zeus und Andern mit Oceaninney, sind sie selbsteigentlich landwäffernde Oceaniden, welche Wälder, Flüsse, Quellenund Berge erhalten und ernähren. Von der Verschiedenheit dieser Ge-genstände rührt die Verschiedenheit der Nymphen selbst her. Lci-inoniaden z. B. waren Wiesennymphen, Dryaden oderHa-madryaden Baumnymphen, Najaden Quellnymphen, Orea-den oder Orestiaden Bergnymphen, Potamiden, Flußnym-phen, Limniaden Seenymphen, Napäen, Nymphen der Wun-derthäler u. s w. (siehe die genauere Bestimmung mehrerer dieserUntergattungen an ihrem Ort). So werden sie ebenfalls wieder be-sonders benannt oder zubenamt von den Orten, wo sie sich auf-halten. So gibt es devonische, korycische, nysäische, dikläischeNymphen.- Sie alle bilden eine Gattung von weiblichen Mitrelwe-sen zwischen den Göttern und den Sterblichen, und, ohne selbst un-sterblich zu seyn, ist ihr Leben doch länger als das irgend einerMenschen. Denn neun Mal länger als der Mensch, sagt Hesiodus, §lebt die Krähe, vier Mal länger als die Krähe der Hirsch, dreiMal länger als dieser der Rabe, neun Mal länger als Raben derPhönix und zehn Mal länger als dieser die Nymphen. Mit ihnenzugleich stirbt das Wesen, dem sie die belebende und ernährende iFeuchtigkeit mitgetheilt haben. Dieser erste Begriff des Ernährens,welcher in der Idee der Nymphen liegt, scheint den zweiten veran-laßt zu haben, daß sie nämlich oft als Pflegerinnen und Erzieherin-nen ihnen anvertrauter Kinder dargestellt werden. So erzogen sieLeu Bacchus, den Äneas und selbst den Zeus. Ihre Beschäftigun-gen und Belustigungen sind die Jagd, der Tanz und weibliche Ar-beiten, zu denen sie sich zuweilen in Höhlen versammeln. Gleich an-tern Elementargeistern besitzen sie die Gabe der Weissagung. Die-Quellen gewisser Nymphen haben noch überdies eine höhere Kraftber Begeisterung, die mehr und minder zu den Attributen der Nym-phen überhaupt gehört zu haben scheint. Dichter und Künstler desAlterthums stellen sie dar in jugendlicher Schönheit, in leichtem Ge- ^wände, bald in Gesellschaft der Diana, bald tanzend mit den Fau-nen und der Venus. Die Wassernymphen erschienen oft bloß miteiner Urne oder einem Wasserkrug. Bei dem großen Ansehn, dasdie Nymphen als Localgottheiten hatten, wurden ihnen häufigeOpfer gebracht. Man opferte ihnen Öl, Milch, Schafe, Lämmer,Mchz sind Blumen.