Napoleon 76z
Napoleon Bonaparte, oder wie seine Familie, «nd erselbst in seiner frühern Zeit sich schrieb, Buonapartc, ward inAjaccio, der zweiten, aber ausgezeichnetsten Stadt der Insel Corstca,den zten Februar 1768 geb. Zur Zeit seiner beginnenden Herrschaftgab er dafür den igten August l7hy als seinen Geburtstag an, da-mit er für einen gebornen Franzosen gelte (denn Corsica war erstim Julius 1769 Frankreich unterworfen worden); vielleicht auch, umdiesen sachlichen Festtag, der in Altfrankreich zu Ehren der Jung-frau Maria, als der neuen Schutzheiligen des Reichs, besonder«feierlich begangen warb, in einen Ehrentag für sich, den Wieder-herstelle!: der französischen Macht, zu verwandeln. Sein Vater, CarlBonaparte, aus einer alten, aber herabgekommnen Familie, hattedie Rechtswissenschaft studirt, und zur Zeit des korsischen Freiheits-kampfs unter den Fahnen Paoli's, mit dem er eng verbundenwar, das Schwert ergriffen. Als Frankreich sich seines Vater-landes bemächtigte, wollte er dasselbe verlassen, ward aber durchseinen Oheim zurückgehalten und bewogen, der französischen Herr-schaft sich zu unterwerfen. Carl Bonaparte war mit Lätitia,gebornen Raniolini, emer zu ihrer Zeit berühmten Schönheit,vermahlt, die ihm außer Napoleon noch sieben Kinder gebar. Va-ter und Mutter hatten, letztere, wie man sagte, besonders dieGunst des französischen Generalgouverneurs auf Corsica, des Mar-quis Marko euf gewonnen, der sich des jungen Napoleon mitsichtbarer Vorliebe annahm, und ihm eine königliche Freistelle inder Militärschul« zu Brienirr verschaffte, wo er vom I. 1778 bis1734 sechs Jahr lang durch königliche Unterstützung erzogen undzu einem Offizier gebildet ward. Durch neue Begünstigung erhielter einen Platz in der Militarschule zu Paris, und schön 1785, imr7ten Jahre seines Alters, ward er als Unterlieutenant bei derArtillerie, im Regiment la Fere, angestellt. Mit dieser seiner erstenöffentlichen Anstellung beginnt nach dem Vorsp'el der erste Act sei-nes Lebens, zu einer Zeit, wo eine allgemeine Gährung schon dienahen Stürme verkündigte, und einem regsamen, entschloßnen Geistgroße Aussichten eröffneten. Bedeutend war schon das Vorspiel derDramas gewesen, dessen Held er werden sollte. Der junge Corsehatte in seinem Vaterland von Kindheit auf den Ruf zu Kampfund Krieg für Freiheit und Selbstständigkeit vernommen, und ineinen von Natux verschloßnen, selten sich mittheilenden Geist auf-genommen. Der Knabe hatte Haffen gelernt; denn ein unbesiegba-rer Haß gegen Genua, das die unterjochten Corsen nicht zu be-zähmen vermochte, wurzelte in Aller Herzen, und ward den jugend-lichen Gemüthern eingepflanzt. Dieser Haß richtete sich gegen Frank-reich, das im Geburtsjahr Napoleons die Insel von Genua eroberte,und nach muthigem Widerstand der Corsen sie einnahm. Genuaund Frankreich hatten nun die freigesinnten Insulaner zu uner-schöpflichem Haß und unverstellter Rachsucht entflammt, und beidensollte durch einen Corsen die Gewaltthat, die sie verschuldet, vergol-ten werden, in jenem richtenden, oft lange säumenden, aber nisungestraft gereizten Verhängniß, welches die Alten als Nemesis be-zeichneten. Die Corsen sind von Natur ein reizbares, rasches Volk,glühend für Unabhängigkeit und Unbcschränktheit. Abgeschlossen aufihrer Insel durch das Meer und hohe Gebirge, lernen sie . früh vonandern Völkern sich scheiden, und die ihnen nahen mißtrauisch be-obachten. Der fruchtbare Boden ihres Landes gewährt ihnen Hxxitzß