^ Napoleon ? 7 S
! Papste« Truppen, und nahm Facnza, bald darauf Ancona, Lovetto! und Tolentino ein. Der schwergeängstcte Papst schloß am I 9 tcnFebruar mit neuen ungeheuern- Aufopferungen den Frieden, der. z ihm jetzt bewilligt ward, und einen Schatten von Herrschaft ließ,die, wie selbst Napoleons Proklamationen an die Bewohner desf Kirchenstaats zeigten, bei günstiger Zeit ihm auch entrissen werdensollte. Der größere Theil des päpstliche» Gebiets blieb von Fran-zosen beseht. Letzt wendete sich Napoleon mit frischer Kraft zui dem neue» Feldzug gegen die Österreicher. Er hatte keinen gerin-> gern Plan, als den Kaiser in seinen eignen Staaten zu bekämpfen,s und im Herzen derselben die Friedensbcdingungen nach Willkür vor-zuschreiben. Der Erzherzog Carl, siegreich aus dem Feldzug inDeutschland zurückkehrend, führte jetzt die schwache italienische Ar-mee', und hatte sich hinter dem Lagliamento befestigt. Napoleonsetzte am roten März seine bedeutend verstärkte, der österreichischenüberlegene Armee in Bewegung,- und verkündete diesmal nicht ohneGrund ibncn die Beilegung der Österreicher vorher. Währenddie französische Rheinarmee auch in Deutschland den Kaiser vonneuem bedrohte, ging Napoleon über die Piave, erzwäng schoni- am löten März den Übergang über den Lagliamento undI Lsonzo, und warf den Erzherzog Carl bis nach Görz undi Gradisca zurück. Am loten besetzte er Gradisca, am LostenGörz, und zog am LZfien in Trieft ein. Mit reißender Schnel-ligkeit drangen die siegenden französischen Feldherrn in das öster-! reichliche Geb:et vor. 'Ehe der Monat zu Ende ging, war der! größte Theil von Kärnthen und Krain verloren, und schon ein^ Theil von Tyrol dazu. Napoleon lud den Erzherzog Carl ini einem Schreiben, das die friedlichste Gesinnung aussprach, zu Un-i tcrhandlungcn ein, verweigerte aber einen kurzen Waffenstillstand,
' und schlug die Armee des Erzherzogs bis nach Steyer zurück,i Napoleons Hauptquartier war in Judcnburg. Da erschienen ami 7 ten April österreichische Abgeordnete, noch einmal einen Waffcnftill-l stand zu suchen. Der Sieger gewährte ihn, seine Großmuth zur. Schau stellend, und besetzte am 8ten Gräz und Bruck, die ihmeingeräumt wurden. Indeß ward seine Lage doch bedenklicher. Borsich ward er von den verstärkten durch den Landsturm und Freiwil-lige wieder ermuthigten Österreichern bedroht, die sich schon wie-! der Triests bemächtigt, und Tyrol befreit hatten. In Italien regtesich neuer Aufstand, dem er, wenn derselbe ernster ward, nicht ge-wachsen war. Darum ging er gern den Präliminarfcieden ein, deram i8tcn April auf dem Schlosse Eckenwaldc bei Leoben geschlos-° sen ward, und schon große Opfer dem Kaiser obndthigte, die Fran-! zosen aber aufs neue in Besitz Triests setzte, und ihnen gestattete,ihre Absichten auf Venedig, das sich noch nicht gebeugt hatte,auszuführen. Schon am Zten Mai ward, nachdem der Senat derRepublik bereits viele Demüthigungen erfahren hatte, der ganzeStaat für erobertes Land erklärt, und die Aufhebung der altenVerfassung gefvderr, mit jenen revolutionären Verkündigungen, wiesie damals alle Schritte des Siegers bezeichneten. Vergebens hatteVenedig seiner Neutralität vertraut, vergebens entschuldigte sichder Senat gegen alle Vorwürfe. Der übermüthige Feind kanntekein Recht, keine Billigkeit, nur seinen eisernen Willen. Am iLtcnMai war die Republik in ihrer alten Verfassung vernichtet, undstatt ihrer das Schattenbild einer neuen demokrattschen hergestellt.