Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
779
JPEG-Download
 

Napoleon 779

bort nicht gefunden, weiter gescegelt. Am Listen Juni erkubr diefranzöflsche Armee mitten auf dem bähen Meer ihre Bestimmung,für die ihr Führer sie zu begeistern suchte. Am isten Juli lag dieKüste von Alexandrien vor ihnen und Napoleon bewirkte noch andem Abend und in der Nacht die Ausschiffung e-nee Theils der Be-waffneten. Am folgenden Tag brach er gegen Alexandrien auf, dasschlecht vertheidigt/unvorbereitet war, und sogleich im Sturm ge-nommen ward. Bon hier aus verkündigten Proklamationen, wiedie Franzosen nur gekommen, Ägypten von den Mamelucken zu be-freien, und das Land zu beglücken, und Napoleons Rede schien dieeines echten Muselmanns. Denn auch die Religion galt ihm nurals M'ttel zum Zweck. Am üten Juli stand die ganze Armee aufÄgyptens Boden. Schnell war alles georonet; am /ten Juli bracher von Alexandrien gegen Cairo auf. Bier Stunden vor der Stadt,beim Dorf Embabe, fand er am rosten Juli, nachdem er am ver-gangnen Tage den mächtigen Bey Ibrahim zurückgedrängt batte,den Bey Murad mir einem muthigcn Haufen von 6000 Mame-lucken. Am Listen ward Murad in der Schlacht bei den Pyrami-den geschlagen, das Lager mit seine» Schätzen erobert, und amrüsten schon zog der Sieger in Eawo ein. Ägypten ward nun alsein erobertes Land und eine franzost^che Provinz behandelt und or-ganlsüt. Napoleon nahm den Schein an, europäische Cultur hie-her verpflanzen zu wollen, und die Künste des Friedens zu begün-stigen. Aber am rsten August erschien der tapfre Nelson mit sei-ner Flotte vor Alexandrien, und vernichtete in der Schlachtbei A'ukir dergestalt die toulöner Flotte, daß nur zwei Schiffenach Malta entkamen. Dies war Napoleons erster bedeutender Un-fall. Am irte» September erfolgte auch die Kriegserklärung derPforte. Jener aber schien es nicht zu achten,, daß er von Europaabgeschnitten sey, und setzte die Organisirung Ägyptens fort, alsgält es nur, ein von außen gesichertes Reich innerlich zu ordnenund zu civilisiren. Doch war es auch im Innern noch nicht beru-higt, noch mcht ganz Ägypten überwunden. Tausende von Franzo-sen sielen als Opfer der Rache der Beduinen. Aber am /ten Deco-der schlug General Desaix bei Sedman die neue Macht desMurad Bey; eine Empörung, die i» Cairo nach Bekanntwer-dung der Kriegserklärung der Pforte, ausbrach, stillte Napoleonam Listen Octobcr nicht ohne Verlust. Hier schändete er seinen Na-men aufs neue durch fürchterliche Grausamkeiten, die er theils an-ordnete, theils nicht hinderte. Ein neuer Sturm erhob sich vonSyrien her. Dorthin hatte sich der üderwundne Ibrahim Beyzurückgezogen, und bei Gaza eine neue Macht gesammelt. Ihnschützte und verstärkte Achmed Dghezzar, Pascha von Acre.Ehe neue Gefahr von ande n Seiten gegen ihn aufstehe, eilte Na-poleon dorthin, schnell den Sturm zu beschwören. Äm rrstenDk-cember brach er mit 12,000 Mann nach Syrien auf, ließ dieLandenge Suez und den Hafen besetzen, und vergaß, als er selbstdort erschien, obwohl er einem gefährlichen Unternehmen entgegen-ging, doch so wenig andre Rücksichten,, daß er mit großer Ruheuntersuchte, ob wirklich jener Canal vorhanden gewesen, der dasrothe mit dem Mitlelmccr verbunden haben solle. Am iZten Fe-bruar 17YY traf er vor Ei Arisch ein, das schon vorher vom Ge-neral Regnier belagert ward, und am rosten überging. Amrzsten gewann er Gaza mit reichen Worräthen. Jaffa, das sich