Napoleon 785
tindeN Und Unwirksamen Beschränkungen. Der Oberconful stehtnun als oberste Staatsgewalt über alle Behbrden, mit willkürlicherGewalt über die Bürger und alle Corporationen, mit dem Recht, alleUrtheilssprüche der Gerichtshöfe zu cassircn, den gesetzgebenden Kör-per nach Gutdünken zu berufen und zu ve>. tagen, und einen Justiz-minister zu ernennen, durch den alle Justiziachen von der oberstenGewalt abhängig werden. Die Eivilliste wird dem Oberconful übetdas Sechsfache erhöht, und so ihm jedes Mittel monarchischer Ge-walt in die Hand gegeben. Sofort siebt man, nach der feierlichenProklamation der neuen Verfassung, die Cönsularregierung mitallem Pomp der königlichen Herrschaft umkleiden, und ein Hofcere-Moniel in Tt» Eloud Und Paris herstellen, das noch förmlicher ist,als weiland am königlichen Hofe, und das Gedächtniß der Republikallmählig vernichtet. Das Volk wird um so leichter damit ver-söhnt und befreundet, als Napoleon der Nativnaleitelkeit auf alleWeise zu schmeicheln und sie künstlich zu behandeln fortfahrt. DieSenatoren schwören ihm am Listen August den Eid der Treue. Einescheußliche Polizei verbreitet sich durch das ganze Reich und Lau-sende von Söldnern sichern den Herrn der Republik. Mir einemdurchgreifenden Ansehn wirkt er nun stärker auch Nach außen. Daszögernde, stockende, sich selbst verwirrende Entschädigungsgeschäftin Deutschland gab immer neue Veranlassungen und Aufsode.ungen,einzugreifen, und Frankreichs oder seines Herrschers Ansehn zubeweisen. Selbst deutsche Fürsten flehten des Mächtigen Hülse, Be-günst gung, Bermittlung an. Die Unruhen in der Schweiz machtendie vordem unabbüngige Eidgenvffeuheik von Frankreich immer vonneuemabbängig. Schon damals war Napoleon der allgemeine Vermitt-ler. der am wenigsten seinen Vortheil vergaß. Es gefiel ihm, am LüstenAugust die Jnskl Elba mit der Republik zu verschmelzen. AmUten September folgte die eigenmächtige, durch kein Rechtsverhält-niß begründete, kaum leicht entschuldigte, Einverleibung P le-rn onts. Mir zuvorkommender Güte erklärte der Oberconful sichbereit, bie dringenden Bitten der Eidgenossen zu erfüllen, und inihre Angelegenheiten zu vermitteln» Die franzdsi chen Truppen inder Schweiz und an den Gränzen lassen keinen Zweifel, wie frei-willig die Bitten waren, uns gaben der Erfüllung derselben denNöthigen Nachdruck» In PariS mußten die Abgeordneten der Eidge-nossenschaft erschein?», unter scheinbaren Berathschlagungen die Be-seble des Oberconsuls zu vernehmen und ihrem Vaterland eine Ver-fassung zu geben, welche dieser ihm vorschrieb. Schon am L-ssteNJanuar lgoz ward ihnen der Entwurf einer Mediativnsacte, diealle Parteien in der Schweiz vereinigen soll, überliefert, und amlyten Februar erhielten sie dieselbe, bereits gedruckt, als die unwi-derrufliche Verfassung des Slaats, und sehr gemeßne Drohungenverpflichteten sie, unweigerlich dieselbe anzunehmen, und darüber zuhalten. Der Friede nach außen gab dem ersten Consul die erwünschteGelegenheit, seine beglückenden Plane in Frankreich auszuführen.Senatorien wurden i» Zi Residenzstädten errichtet ( 4 ten Januart8c>3) > das französische Nationalinstitut erhielt eine neue Organisa-tion (Lasten Januar). Die öffentliche Darstellung der damaligen Lageund Verhältnisse der französischen Republik, am sssten Februar,und des Zustandes der Finanzen, am iLten März, überzeugte dasWölk, welche Wohlthaten die neue Regierung über dieselbe verbreitethat, wiewohl die Deklamationen gegen England schon auf eine neu«kon». ker. (N Null.) VI. b-r