Band 
Sechster Band. M und N.
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786
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786 Napoleon

Crist'r hmwiesen; neue Canäle, welche die Verbindung der Reichs-theile begünstigen, und iffcntliche Bauten beschäftigten die Unterhalttungen der Müßigen. Während aber alles die schönsten Aussichtenzu eröffnen schien, und die französische Republik allgcfürchtet da-stand, blieb England unbesiegt und ungedemüthigt in feindseligerStellung. Die englischen Tageblätter scheuten sich nicht, die Con-sularregierung und den Gewalthaber zu schmähen, und schon war«in hitziger Federkrieg Vorbote des neuen Kampfs. Diesmal wolltedenselben nicht Napoleon, der gern Frieden mit der gewaltigenSeemacht behalten hätte, um erst neue Kräfte zu sammeln, und eineneue Flotte zu schaffen, damit später, mit sichererm Erfolg, der Erb-feind Frankreich« bekämpft werden könnte. England schien diesnicht abwarten zu wollen. Klagen häuften sich von beiden Seiten,und nirgend wurden sie abgestellt. Rüstungen beider Machte.Schon am iZtcn März erklärte Napoleon in einer feierlichen Au-dienz der Gesandten den nahen Bruch mit England; umsonst ver-sucht er neue Unterhandlungen, selbst als der englische Gesandteschon seine Pässe federte. Dieser verläßt Paris am l2ten Mai; amröten der französische Gesandte London. Am r 8 ten erfolgt EnglandsKriegserklärung, nachdem Napoleon schon am izten alle fremdenSchiffe in den französischen Häfen mit Embargo belegt, die hannö-versche Regierung aber am löten zugleich des Landes Neutralitäterklärt, und Verordnungen über die bewaffnete Aufrechrhaltung der-selben gegeben hat. Hannover stützte sich auf den Frieden des deut-schen Reichs mit Frankreich, und konnte sich nicht als einen TheilGroßbritanniens betrachten. Aber die französische Armee, die umNimwegcn lagerte, bricht unter Mortiers Führung schon am lötenMai auf, und schon am zten Juni ist Hannover besetzt, und, durchdie Convention von Suhlingen, ohne Kampf in französischer Gewalt.Nach beharrlicher Weigerung sieht endlich der hannöverschc FeldherrWallmoden, am zten Juli, sich zu der Convention genöthigt,welche die hannvversche Armee entwaffnet und auflöst, und alle ihreWüßten, Artillerie, Vorräthe und sämmtliche Pferde den Franzo-sen überliefert. Alsbald begannen auch die gewohnten Räubereienund Plünderungen, die in Hannover so unerschöpfliche Hülfsquellenfanden, daß recht eigentlich die französische Armee hier sich mit demversah, was sie zur Führung des Kriegs gegen England bedurfte.Die kleinliche Gesinnung des großen Consuls verrieth sich in allden Erbärmlichkeiten, in denen seine Willensvollstrecker eine solcheFertigkeit erlangt hatten, daß, im Angesicht des schändlich beraub-te» Landes und des nur zu müßig zuschauenden Deutschlands, dieRegierung, unter deren Begünstigung, auf deren Befehl Alles ge-schah, für alle Zeiten sich entehrte. England, das die suhlingerConvention nicht ratificirte, konnte es nicht hindern, daß Hannoverganz als erobertes Land behandelt, und auf französische Weise des-«rganisirt ward. Und ernstlich rüstete sich Napoleon und erzwängzugleich von den neuen Republiken und allen Verbündeten kräftigeMaßregeln gegen England. Am rosten Juni igoz verbot er zuerstdie Einfuhr englischer Waaren in Frankreich, und Caperbricfe ge-gen England wurden freigebig ausgcboten. England aber sollte in Eng-land selbst auch bekämpft und vernichtet werden. Neues Leben ver-breitete sich an den französischen Küsten; furchtbare Anstalten wur-den getroffen, sie zu vertheidigen; ja bald sah man noch Größeresbereiten. Am S4sten Juni verließ Napoleon Paris, um persönlich