Tod (mytholsg.'i ' -
Organismus anzusehen, und schließt sich an die reproduktive»Funcrionen, ,'nsondcrs die Excrerion an. Der ganze Körper schei-det sich »aü> und nach aus, und wird in den Erdorganismusaufgenommen. Es beginnt dieselbe in dem Unterleibe und in denGenitalien, indem beide aufgetrieben, locker nnd weich werden,und sich entfärbe», auch die Haut verändert sich, wird hie undda roth, bekommt Blasen, ras Blut wird wieder flüssiger^ undergibt kick aus dem Munde, der Rase, den Augen, Ohren undAster. Räch und nach zerfallen und entmischen sich, dann auch dieübrigen Theile, am letzten die harten, die Knochen, Zähne rc. —Im Anfange dieses Herganges entbindet sich Stickgas und Am-monium; bei fortschreitender Fäulnis erhält das Wafferstoffgas imgekohlten, geschwefelten, gephosphortcn Zustande dfe Oberhand,und veranlaßt den heftigen Gestank, so wie such das Leuchten,das an faulenden Körpern bisweilen beobachtet wird. Zuletztendlich wird nur kohlensaures Gas ausgeschieden, und es riechtdann der faulende Körper wie frisch aufgcgrabne Erde. So bleibtendlich eine fettige, talgartige Erde, und eine schleimige seiien-artige Substanz zurück, die sich dem Humus beimischt, und welchemit den übrigen Excrcticnsstoffen zur Fruchtbarkeit desselben bei-trägt, weil auch in diesen Rückständen des Organismus das Lebennoch nicht ganz erloschen ist, sondern vielmehr fortwirkt, undneue, sowohl thierische als vegetabilische Organismen mit sichentstehen läßt und sie erhält. Ein Kreislauf, der unsre ganzeBewunderung verdientl — Ob nun gleich auch die Fäulniß alseine Lebenserscheinung anzusehen ist, so steht sie doch, wie jedeandre, unter dem Einflüsse der Außenwelt; besonders sind Luft,Warme und Wasser nöthig, wenn die beschriebncn Veränderungenerfolgen sollen; wo diese Bedingungen fehlen, da verwandelt sichder Körper in Adipocire, eine fettige Wachsmaffe, und dies ge-schieht in viel längerer Zeit, als die gewöhnliche Fäulniß braucht;wo die Feuchtigkeit fehlt, da trocknet zuvörderst der Körper mu»rnicnartig ein, so werden die Leichname in den heißen und trock-nen Steppen, besonders wenn der Sirccco den Tob herbeigeführthatte, gefunden. Merkwürdig, obwohl noch nicht gehörig erklärt,sind einige Bigräbnißplütze, z. B. der Bleikeller in Bremen da-durch, daß in ihnen der Prozeß der Fäulniß entweder sehr lang-sam oder gar nicht von Statten geht. Auch ist es bekannt, daßeinige Substanzen, z. R. der Gerkestoff und andre, der Fäulnißentgegenwirken, und es gründet sich darauf theils die Erhaltungmancher thierischen Stoffe und die Zubereitung derselben, des Le-ders z. B., theils auch die Aufbewahrung menschlicher Leichnamedurch Einbalsamiren. L. ?.
Tod (mytholog.). Die Erscheinung des Aufhörens der Le-bensthätigkeit des Menschen konnte nicht anders, als einen sehrtiefen Eindruck auf die Gemütber der ihn überlebenden machen.So wie sich, die Ansichten der Menschen über ihr Verhältniß zurNatur und über die Bestimmung dss ewigen Geistes, der sie be-seelte, bildeten und änderten, änderte sich auch ihre Vorstellung»on dieser Erscheinung, ihren Ursachen und Wirkungen. DieGriechen hatten für den Tod mehrere Gottheiten, die Keresund den Thanatos; jene war die Göltin des Todcsgeschicks,
Nothwendigkeit zu sterben; dieser dcv Zustand des Lldes, dernatürliche Tod, Der Tod erschien ihnen bald schrecklich Nie er