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Zenhter Band. To bis Z.]
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Torstcnsohn 37

«inigcr Zeit feindselige Gesinnungen gegen Schweden, und beson-ders die Absicht gezeigt, durch Unterhandlungen zu bewirken, daßSchweden keine Besitzungen in Deutschland behalten möchte.Strenge Untersuchungen der schwedischen, den Sund passircndenSchiffe, welche die dänische Regierung befohlen hatte, gaben dienähere Veranlassung zum völligen Bruch zwischen beiden Staaten.Torstensohn marschirte unerwartet und schnell, im December 1S4Z,aus Schlesien nach Holstein, und bemächtigte sich, da man in Dä-nemark auf einen solchen Angriff nicht vorbereitet war, und daherkeinen Widerstand leisten konnte, des ganzen festen Landes, dieFestungen Glückstadt und Krempe ausgenommen. Doch wurde dieAbsicht, etwas gegen die dänischen Inseln selbst zu unternehmen,durch einen allzu gelinden Winter vereitelt. Dieser lange, gegenhundert Meilen betragende, und in einer rauhen Jahreszeit aus-geführte Marsch Lorstensohns ist immer bewundert worden. DaSTalent des Feldherrn abgerechnet, läßt er sich nur daraus erklä-ren, daß die Armeen damals verhältnißmäßig weit mehr Reitereihatten, als in den folgenden Kriegen, und daß man keine Maga-zine mit sich führte, sondern, eben so wie in den neuesten Zeiten,auf Requisition lebte. Der kaiserliche General Gallas rückte miteiner Armee den Schweden nach, und glaubte, sie in Jütland undSchleswig aushungern zu können. Aber Torstensohn zog sich un-erwartet bei ihm vorbei nach Deutschland, wohin ihm Gallasfolate, aber von Torstensohn an verschiednen Orten so umsetztwurde, daß er viel Menschen und Pferde durch Hunger verlor,und zuletzt mit nur wenigen Truppen in Böhmen ankam. Tor-stensohns kühner Zug hatte viel zu dem nachher (den LZsten Au-gust 1645) zu Bromsebrö mit Dänemark geschlossenen, für Schwe-den sehr vortheilhaften Frieden beigetragen. Bald nach «GallasNiederlage drang Torstcnsohn in Böhmen ein, in der Absicht, sichmir dem Fürsten von Siebenbürgen, Ragoczkk, zu vereinigen, derkurz vorher mit dem Kaiser in Krieg gerathen war. Eine kaiser-liche Armee unter Hatzfeld und Götzen kam ihm entgegen, aberTorstensohn schlug sie (24sten Februar 1645) bei Jankow (Janko-wiz) mit einem Verluste von yooo Mann, und kam so nahe ge-gen Wien, daß er der Stadt gegenüber stand, und die Schanzean der Donaubrücke eroberte. So nahe war noch kein Feind demSitze des Kaisers,in diesem Kriege gekommen. Die Schwedenvereinigten sich in Österreich ungehindert mit Ragoczkk; aber die-ser machte bald darauf Friede mit dem Kaiser, und Korstensohnbelagerte Brünn vergebens. — Bom Podagra heftig geplagt,war Torstensohn öfters genöthigt, sich während der Actionen ineiner Sänfte-tragen zu lassen. Eben diese Kränklichkeit nöthigteihn auch, im I. 1646 das Commando an die Generale Wrangclund Königsmark abzugeben, und nach Schweden zurückzugehen,wo ihn die Königin Christina« in den Grafenstand erhob, und ihnzum Statthalter verschiedener Provinzen ernannte. Er starb1651, noch nicht völlig 48 Jahre alt, und hinterließ nicht nurden Ruhm eines großen und glücklichen Feldherrn, sondern aucheines Kenners und Beförderers der Wissenschaften und Künste.Er war Strateg im eigentlichen Verstände; vorzüglich wußte erdie Artillerie gut zu gebrauchen, und dadurch viel zur Entschei-dung des Siegs zu bewirken.