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vor ihnen den Vorzug geben; wogegen die Whigs einen übertrie-benen Abscheu gegen alles, was päpstlich ist, haben, und die an-dern Protestanten für Glaubensgenossen erkennen. In Ansehungdes Staats legen die strengen Torics dem Könige eine von Gottursprünglich herrührende Gewalt, und ein unwidersprechlicheLErbrecht bei, und verlangen von den Unterthanen unbegränztenGehorsam. Hingegen finden die Whigs die königliche Gewalt nurin der Bewilligung dcS Volks gegründet, und halten es für er-laubt, ihren König, wenn er solche mißbraucht, abzusetzen, undauch, wenn es die Umstände erfodern, seine Familie von derThronfolge auszuschließen. So weit die Heftigen unter beidenParteien sich von einander entfernen, so sehr nähern sich diejeni-gen, welche gemäßigt denken; denn es gibt beträchtliche Stufenin ihren Gesinnungen, und entweder keinen, oder doch nur sehrwenige, die heutiges Tages in ihren Grundsätzen bis auf dasÄußerste gehen. Es ist übrigens auch möglich, daß eine und ebendieselbe Person in Kirchcnsachen Tory, und in StaatssachenWhig ist, und umgekehrt; obgleich die kirchlichen und politischenGrundsätze jeder Partei in verschiedenen Punkten so genau miteinander verwandt sind, daß eine solche Trennung in einerlei Per-son wenigstens unter die seltnen Fälle gehört.
Toskana, ein Großlchrzogthum i« Mittelitalien. In denältesten Zeiten hieß dies Land, nur in weiterer Ausdehnung,Tyrrhenien und Thuscien, woraus endlich Toskana geworden ist.Die Hetrusker waren anfänglich Feinde der Römer, als welche siesogar Rom belagerten. Aber endlich wurden sie von diesen in ei-ner Hauptschlacht besiegt, wo üc>,oc>o Hetrusker das Schlachtfelddeckten. Sitten und Gesetze, die Wahl ihrer Consuln, und über-haupt billige Freiheit, ließen ihnen die Römer; nur Oberbefehls-haber gaben sie ihnen. Als Italien aber in die Gewalt nordi-scher Völker gcrieth, geschah auch das dem Lande der Hetrusker,welches ein eignes Herzogthum als Lehen der longobardischen Kö-nige ward. Von dieser Zeit an erhielt es den Namen Toskana.Die Markgrafen und Herzoge des Landes wußten, nachdem Los-kana unter die deutschen Kaiser gekommen, ihre Würde bald erb-lich zu machen. Aber 1160 gelangte es durch Kauf an KaiserFriedrich I. Doch empörten sich die Städte, und suchten sich un-abhängig zu machen. Vor allen zeichnete sich unter ihnen Flo-renz aus, das bald die Familie Mcdicis regierte, und zu hohemFlor brachte. Durch Vertrag gelangte endlich das Land, dasdurch Kosinus I. von Medicis zum Großherzogthume erhoben wor-den, an Herzog Franz bon Lothringen, und als dieser den deut-schen Kaiserthron bestiegen, an das Haus Österreich. Bei diesemblieb es, und ward von einem der Erzherzoge regiert, bisanch die-ses Land von der unersättlichen Ländcrgier Napoleons an sich ge-rissen, und mit dem alten Namen Hetrurirn bezeichnet ward.Aber nachdem dieser gefallen, ist es im pariser Frieden wieder sei-nem ehemaligen Herrn eingeräumt worden. Toskana ist ein herr-liches, paradiesisches, mit allen Reizen der Nalur ausgestattetesLand, von einem milden, sanften Clima. Die Winter find so we-nig kalt, daß nur in sehr wenigen Häusern Kamine gesundenwerden. Die Luft ist größtentheils gesund; nur in einigenSumpfgegenden, namentlich um Siena, ist es ungesund. Zu gro-ßer Beschwerde gereichen die Winde Siroccs und Libeocio. Das