Totalität Totila 45
Insbesondre verlangt man von schönen Kunstwerken einenTotaleindruck, und fodert damit, daß alle Theile derselbenunbeschadet ihrer Mannichsaltigkeit, zur Hervorbringung eines sol-chen Eindrucks wirken sollen. Lotaleindruck aber soll ein ästheti-scher seyn, d. h. es soll das Kunstwerk das Gemüth des Gebilde-ten in eine harmonische Stimmung versetzen können. Ein solcherLotaleindruck sindetjnicht Statt, i. wo eine unübcrschauliche Viel-heit der Theile die Auffassung des Ganzen unmöglich macht (da-her z. B. ein Werk der bildenden Kunst von irgend einem Stand-punkte, dem sogenannten Augenpunkte, als ein Ganzes muß wahr-genommen werden können), 2. wo der lebendige Zusammenhangder Theile (Organismus) mangelt, vermöge dessen eine das Ganzebeherrschende Joce, gleichsam das Lebensprincip des Ganzen, alleTheile durchdringt, verbindet und gestaltet (s. d. Art. Organisa-tion), mithin die Theile entweder nicht innig und kräftig ver-bunden, oder so heterogen sind, daß eine Verbindung unmöglichist, und einer die Wirkung des andern vernichtet, oder endlichdas Einzelne in seiner Ausbildung und Wirkung aus keinem na-türlichen Verhältnisse heraustritt, und die Aufmerksamkeit vondem Ganzen abzieht, und das Zufällige das Wesentliche in Schat-ten stellt (s. d. Art. Kunst III). sk.
Totalität (Gesammtheit) drückt aus die Eigenschaft einesDinges als eines Ganzen (welches in der Verbindung aller sei-ner Theile besteht), oder den Inbegriff aller Personen oder Sa-chen einer bestimmten Gattung; entgegengesetzt der Singularität(Einzelnheit) und Pluralität (Mehrheit). Sie ist insbesondre Ei-genschaft des Kunstwerks, welches alle diejenigen Beziehungenund Gedanken enthalten soll, durch welche sich eine ästhetische Ideeklar und erschöpfend ausspricht — daher sie in dieser Hinsicht auchvon einigen Vollständigkeit genannt wird, wiewohl sich niemit völliger Bestimmtheit festsetzen läßt, wie viel zur Sphäreeines ästhetischen Ganzen, sowohl den Theilen, als ihrer Bezie-hung zum Ganzen nach gehöre, um den darzustellenden Gc.'.-'n-stand, oder die Idee desselben zu erschöpfen, oder welche Theileein Kunstwerk haben müsse, um vollständig zu seyn. Denn freiist die Wirksamkeit des Künstlergeistes, und das Kunstwerk un-endlich in seinen Beziehungen (s. Begeisterung).
Totila, König der Ostgothen in Italien, ein Neffe desKönigs Jldebald, «ach dessen Ermordung Erarich, ein Rugicr, zumKönige erwählt wurde, Totila hatte sich in den Kriegen gegendie Römer ausgezeichnet, und befehligte gerade die Besatzung vonLrevigo, welches er dem Statthalter des Kaisers Justinian zuRaveiina übergeben wollte, als die Bothen sich bereit erklärten,den Eraxich abzusetzen, und ihn auf den Thron zu erheben. Diesgeschah, Erarich wurde ermordet, und Totila 541 nach Ehr. Geb.als König ausgerufen. Wegen der dadurch unter den Gothcnentstandenen Verwirrung griffen die Römer Verona, die gothischeHauptstadt, jedoch vergebens, an; denn sie wurden bei Faenza vonTotila geschlagen. Nach einem zweiten Siege über die Römerunterwarf er sich alle festen Plätze in TuScien, ging durch dasHerz von Italien noch Benevent, und belagerte Neapel. Zust,-nians Flotte, welche diek.r Stadt zu Hülfe kommen sollte, wurdevon der gothischen geschlagen; eine zweite römache Flotte wurdevorn Sturm zerstreuet, und dir Besatzung »an Neapel durch Hnn«