5<r Toussaint l'Ouverture
schien eine vermehrte Ausgabe von TournefortS Elementen unterdem Titel: Instituüone» rei bsrvrii»« Z Vol. 4., und 1714eine von Anton Jussieu mit 48Y Kupfern. Diesem Werke folgtenseine Historie äes klantes, qui iiaissent »nx environ» etc. ?s-ris > l2.; ferner seine Relation ck'un 6» ler^anr,
kaii, 171s, Vol. 2, 4. (deutsch, Nürnberg 1776, Z Bande, 8.)u. s. w. Tournefort ging überall mit philosophischem Geiste zuWerke, wodurch seine Schriften um so schätzbarer werden. Durch«inen unglücklichen Zufall quetschte er sich an einem schnell vor-überfahrenden Wagen die Brust, und starb an den Folgen davonden 28sten November 1703.
Toussaint l'Ouverture, einer der merkwürdigsten Ne-ger zu Ausgange des vorigen, und zu Anfange des jetzigen Jahr-hundert«, der auf St. Domingo als Heerführer seiner Landsleutefür die Rechte der Menschheit stritt. Er war 1745 auf einerPflanzung des Grafen NoL, unweit des Cap Franqoi«, im nörd-lichen Theile von St. Domingo geboren, und zeigte solche Wiß-begierde, daß er schon sehr früh, trotz seiner traurigen Lage, le-sen, schreiben und rechnen gelernt hatre. Sein Durst nach Kennt-nissen erwarb ihm nicht bloß die Gunst seines Vorgesetzten, desOberaufsehers der Plantagen, Bayon de LibertaS, der ihn zuseinem Kutscher machte, sondern auch die Achtung und Bewunde-rung seiner Mitsklaven. Indessen blieb er selbst nach seiner, imuzsten Jahre erfolgten Verheirathung Sklave seines Herrn, derihm jedoch seinen Zustand möglichst zu erleichtern suchte. Diesbenutzte er, und machte sich mit den in LibertaS Bibliothek be-findlichen philosophischen Schriften (worunter ihn die voll Raynal >am meisten anzogen), mit den Werken über Staats - und Kriegs-wiffenschaften bekannt. Als 17g! die erste Regerempörung aufSt. Domingo ausbrach, ward auch er von seinen Landsleuten zuRathe gezogen. Er nahm aber anfangs an dem Kampfe für Frei-heit keinen Antheil, sondern suchte erst seinen Herrn, Bayon deLibertaS, nach dem festen Lande von Amerika in Sicherheit zubringen. Als dies geschehen war, begab er sich zu der Armee sei-ner Landslcute, nahm bei dem unter Biassou's Befehlen stehend«,Evrps Dienste, und ward der nächste nach diesem im Commando.AIS Biaffou sich theils durch Grausamkeiten, theils durch fehlge-schlagen« Unternehmungen den Haß und die Geringschätzung seinerArmee zugezogen hatte, ward Toussaint l'Ouverture an seinerStelle (1793) zum Divisionsgeneral ernannt. Hier entwickelte ernun eben so viel Genie, als Kenntniß der Kriegskunst, und derzur Staatsverwaltung erfoderlichen Fähigkeiten. Die ihm vonvielen zur Last gelegten Grausamkeiten in dem Kriege wider dieWeißen waren durch die von den lehtern gegen die Neger früher-hin verübten Unmenschlichkeiten, wodurch das Rachegefühl dersel- ,den entflammt war, nur zu sehr veranlaßt,., als daß die Schulddavon allein auf Toussaint fallen könnte. Überdies sind Greuelsolcher Art das gewöhnliche Resultat gewaltsamer Staatsvcrände-rungen selbst bei gebildeten Völkern, wie viel mehr nicht bei ro-hen, die auf das äußerste zum Zorn gereizt sind. Manche vonden Grausamkeiten, welche Deffalines verübte (s. Deffalines) fie-len auch auf Toussaint zurück. Als dieser indessen wirklich Herrvon Domingo geworden war, übte Deffalines die scheußlichstenGrausamkeiten für sich allein aus, und Toussaint war nicht im