Band 
Zenhter Band. To bis Z.]
Seite
60
JPEG-Download
 

6o Tramonküne Trauchecn

Nachdem er einige Zeit mit der Wiedcrunterjochung mehrerer Völ-ker verbracht, und den Parthern, die jetzt gleichfalls vorn römi-schen Reiche abhängig gemacht waren, einen König gegeben hatte,belagerte er Atra, die Hauptstadt einer arabischen Völkerschaft.Er mußte jedoch diele Belagerung ausgeben, und sich nach Syrien zu-rückziehen. 117, als er mit seinem Heere wieder nach Mesopota-mien gehen wollte, wurde er krank, übertrug dem Adrian den.Oberbefehl über sein Kriegsherr, und schiffte sich nach Italienein. Er erreichte Selinus (Trajanopel) in Cilicien, wo er imAugust 117 im ögsten Jahre seines Alters und im Losten seinerRegierung starb. Sein Körper ward verbrannt, die Asche i» ei-ner goldenen Urne nach Rom gebracht, und unter der ColumnaTra-jana beigesetzt. Vor seinem Tode hatte Lrajan aus Zureden sei-ner Gemahlin, Platina, den Adrian adoptirt, und dieser wurdesein Nachfolger, wider den Willen des Verstorbenen, der ihn nichtachtete, sondern durch die List der Platina, die ein falsches Testa-ment zu Gunsten ihres Lieblings schmiedete, und den Tod ihresGemahls so lange verbarg, bis sie die Truppen für ihre Absichtgewonnen hatte. — Außer der Kricgslicbc konnte dem Trojan alsRegenten kein Vorwurf gemacht werden. Er wachte mit der größ-ten Sorgsamkeit für die Aufrechthaltung der Gesetze, war über-aus gerecht, herablassend, gütig und wohlthätig; den Wohlstandseiner Unterthanen suchte er aus allen Kräften zu fördern, legtedeßhalb neue Städte an, bauet« neue Straßen, Brücken und Ha-ftn, ermunterte den Handel, die Wissenschaften und die Künste,zierte Rom mit herrlichen Gebäuden, und sorgte väterlich für dieErhaltung und Erziehung der Waisen. Dennoch ist es zu be-dauern, daß einige Laster und Ausschweifungen, von denen dieLiebe zum Trunk am wenigsten ihn schändete, seinen Charakter be-flecken. Die Liebe Und Verehrung der Römer für ihn war so groß,daß noch 250 Jahre nach seinem Tode die Senatoren bei derThronbesteigung eines neuen Kaisers demselben wünschten: ermöchrcglücklicher seyn, als August, und besser als Trajan! de.x.

Tramontane heißt der Rord^ oder Polarstern, und weildie Schiffer sich nach ihm zu richten pflegen, so sage manfigürlich: die Tramontane verlieren für: sich verirren, sichnicht besinnen können.

Lrancheen werden in der Kriegskunst die Erdarbeitengenannt, vermittelst welcher die Angriffsarmee sich einer belagertenFestung nähert. In entferntester Canonenschußweilc von der Fe-stung aus wird, in paralleler Richtung mit den Werken der Fe-stung, ein Graben um einen Theil derselben'in einen großen Bo-gen geführt sind die erste Parallele genannt, in welchen nun dieBatterien placirt werden. Von hier aus rückt man der Festungin Gräben zickzack gelegt, mit Geschütz und Infanterie näher, wodie zweite Parallele ein anderer mannsiiefer Graben bezeichnet, 'in welchem nun wieder besondere Plätze für die Batterien ausge-sucht und eingerichtet werden. Man nähert sich nun wieder inZickzackgräben der Festung bis zum Glacis, wo die Breschbatte-rien zu stehen kommen, und von wo aus der Sturm geschieht^Übrigens muß der Zickzack so laufen, daß seine Verlängerung nichtin die Festung trifft, sonst enfilitt ihn der Feind. Die Flügel derParallelen müssen, wenn sie nicht durch die Natur gehörig gedecktsind, durch besonders aufgeworfene Wecke für einige ioo Mann