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76 Treckschuten Treibhäuser

allgemeinen Zweck aller Satire, Geißelung der Thorheit und des ^ di

Lasters überhaupt, nicht aus. — (zu Hinsicht der Form ist die sei

Travcstirung entweder lyrisch, episch oder dramatisch. — Unter sei

den Neuern ist sie am häufigster! von den Franzosen bearbeitet la

worden, namentlich von Marrvaux, Scarron und Mo- hk

reau; die Italiener besitzen eine travestirte Jltas von Lore- G

dano; die Deutschen, außer mehreren kleineren syrischen Scher- vo

zen der Art, eine zwar oft in das Gemeine herabsinker.de, aber W

doch nicht witzlose Lravestirung der Äneis vo» Llumauer, „ein . getiefes Marschland voll Schlamm, obwohl voll Salz," wie Jean bePaul sie nennt. R

Treckschuyten (i>. h. Aichbalken), eine Art von bedeckten dc

Schiffen, die von Pferden gezogen (getreckt), und in den Nieder- so

landen auf den Canälen gebraucht werden. Sie gehen zu bestimm- ! kü

ten Stunden von einer Stadt zur andern, und haben ein großes ' Fi

Zimmer für alle Reisende zusammen, nebst dem aber ein Cabinet m

(Roef, Ruhf) für diejenigen, welche für sich seyn wollen. ge

Treibhäuser nennt man Gebäude, die durch künst- sci

liche Wärme nicht allein die Pflanzen warmer Climate erhalten, ai

sondern auch Gewächse in ungewöhnlicher Jahreszeit zum Blühen F

und Fruchttragen nöthigen. Die Geschichte menschlicher Künste lu

lehrt, daß diese Erfindung ziemlich neu ist. Zwar findet man ui

schon im Martial eine Stelle, woraus man schließen kann, daß m

die Cilicier, denen Psmpejus Pflanzorte in Calabrien aiigewie- T

sen, und die sich mit dem Gartenbau emsig beschäftigten, durch di

Fenster von Frauenglas in Mistbeeten Melonen und Gurken ge- se

zogen. Auch Seneca führt in der yoften Epistel diese Mistbeet- , siisenster als? eine neue Erfindung an. Indessen ist von den Mist- ir

beeten zu den Treibhäusern noch ein bedeutender Abstand. Glas- , wHäuser zwar oder Orangerien hatte man schon im Mittelalter, ^ b«aber bis an das Ende des i 7 ten Jahrhunderts scheint man in gi

England und Holland noch keine Treibhäuser gekannt zu haben. tr

Der berühmte Sloane führt es wenigstens als eine neue Ersin- st

düng an, daß ein Gärtner sein Glashaus durch Canäle erwärmt ei

habe. Dies schrieb Sloane iö-84. Das wesentlichste Erfoderniß m

eines Treibhauses ist seine Lage, da alles darauf ankommt, daß F

auch im Winter die seltne und niedrig stehende Sonne gehörige h<

Wirkung thue. Man braucht zu dem Ende nicht die Wände.ge- ts

nau nach der Mittaaslinie auszuführen. Es ist sogar gut, wenn N

das HauS ein wenig "östlich gerichtet ist, doch muß die Abweichung he

von der Mittagslrnie nicht bedeutend seyn. Die etwas östliche E

Richtung hat den Vortheil, daß die Morgenssnne, die äußerst er- A

auickend für die ganze Pflanzenwelt ist, ihre Wirkung nicht ver- «

fehle. Überhaupt aber muß bei der südlichen Richtung des Hau- ^

ses auch dahin gesehen werden/ daß der südliche Horizont so frei , vial« möglich sey, und weder Gebäude noch viele Bäume die Win- N

lersonn« entziehen. Dagegen muß das Treibhaus von den übrigen bl

Seiten her geschützt seyn, besonder« vo» Westen, weil die weftli- U

chen Stürme außer ander» Nachtheile» auch d?« haben, daß sie Z

den Rauch leicht i» die Schornsteine zurückdrücken. Daher halten d>

wir besonder- auf höhere Schornsteine, weil uns die Erfahrung tv

gelehrt hat, daß auS denen, die nicht viel höher als die Firste «

find, der Rauch besonders bei Westwinden nicht leicht heraus- A

fähre. — Maß den Baustoff z« den Treibhäusern betrifft, s« ist st