Treibhäuser 7z>
der Dampf b«r Steinkohlen durch die Ritzen der Platts» dring?,und sich im Hause verbreite. — ES kommt ferner bei dem Anzie-hen der Pflanzen im Treibhaus« darauf an, ihnen auch von nuteneine gleichmäßige Wärme mitzutheilen. Dies bewirkt man. ent-weder durch einen Lohkasten, oder wo die Eichenrinde nicht zu ha-ben ist, durch Pferdedünger, auf dessen Oberfläche die Töpfe ge-stellt werden. ES gehört dazu ein Kasten, der dergestalt ge-mauert wird, daß er die gehörige Tiefe, Breite und Längs habe.Ohne diese Eigenschaften hält sich die Wärme nicht lange, unddoch muß man bei Anlegung jdeS LohkastenS darauf sphen, daßer wenigstens auf vier Monate hinreiche. Die Länge muß wenig-stens 20 Fuß, die Breite wenigstens 8 Fuß, die Tiefe 4 Fußseyn. Er wird entweder, wie gesagt, mit Lohe oder mit Pfer-demist gefüllt, und die Töpfe, damit die Hitze nicht unmittelbarauf die Pflanzen wirke, werden in eine Schicht von Sägespäncneingefüttert, welche ungefähr einen Schuh hoch den Mist bedeckt.Die Hauptsorge für die Gewächse in einem Lreibhausr.. bestehtimmer darin, daß man sie nicht bloß erhalte, sondern Mich zurmöglichsten Vollkommenheit bringe. Sie müssen daher blühen,'Früchte tragen, und sich vermehren. Diese Zwecke erreicht manzwar nicht immer, aber doch desto eher, je mehr man das Vater-land und Clima, den eigenthümlichen Boden, und die besondernEigenschaften eines jeden Gewächses studirt. Aus Büchern lerntman dies selten, daher sind Versuche und Erfahrungen auch hierdie besten Lehrmeisterinnen. Alles kommt auf schickliche .Mischungder Erdarten an. Kennt man den natürlichen Standort derPflanzen, s» muß man diesen nachahmen. Ssto uns die Kenntnißdes natürlichen Standortes fehlt, und wir feine Gewächse zu be-handeln haben, mischen wir eine Erde, die soviel als möglich sub-stanziell, d. h. reich an Ertractivstoff ist. Dies ist die Erde,welche aus verwestem Holz entsteht, und die man am leichteste»aus Sägespäncn gewinnt, oder in hohlen Weiden findet. Diesemacht man noch kräftiger, wenn man ihr solche Erde zusetzt, dieaus Hornspäncn, oder aus Kuhfladen entstanden ist. Um sie locke-rer zu machen , mischt man sie mit etwas Sand. Das Beziehender Gewächse muß mit der größten Vorsicht, und nur dann un-ternommen werden, wenn die Erde wirklich trocken ist. Bei fei-neren Gewächsen muß man sich sorgfältig hüten, daß das Wassernicht unmittelbar an den Stamm dringe. .Sehr oft ist es auchnöthig, den Topf in einen Untersetznapf zu bringen, in den mandas Wasser gießt, welches sich alsdann durch die Abzugslöcher derErde mittheilt. Auf das Wasser endlich, welches zum Begieße»gebraucht wird, kommt viel an. Es darf nicht gypShaltig undhart seyn. Regenwasser und Fließwasser, welches man im Win-ter gehörig erwärmt hat, ist das beste. — Die Temperatur desTreibhauses betreffend, so richtet sich diese begreiflich nach demverschiedenen Clima, ynd dir verschiedenen Natur der Gewächse.Die wärmsten, worin Pisang und Ananas getrieben werden, mußmau fast immer auf 70 Gr. Fahrenheit bringen, dagegen die an-dern auf 65 oder auch auf 60 Gr. eingerichtet sind. . Zu demEnde darf keinem Treibhaus ein Therw.ometkr fehlen, dessenGrade im nördlichen Deutschland, wie in Großbritannien undSchweden, nach Fahrenheit qbgetheilt sind, L. S-I.