Trepaniren 8i
chen Friedrichs II. verhaftet und nach Magdeburg in ein schreck-liches Gefängniß gebracht. Er versnchir sich zu befreien, zog sichaber dadurch noch ein härteres Gefängniß zu, indem er an Hän-den, Füßen und Leib mit eisernen 68 Pfund schweren Fesseln an-geschmiedet wurden, welche man beim Ausbruche des siebenjährigenKrieges hoch vermehrte. Die mit großer Klugheit angelegtenEntwürfe, sich zu befreien, mißglückten ihm, und erst im Decem-ber 176z ward er aus seinem Gefängnisse entlassen, und- nachPrag gebracht. Auch hier, in Wien, Aachen, Spaa, Mann-heim, «n welchen Orten 'er nach und nach sich aufhielt, zog ersich durch seine theils freimüthigen, theils vorlauten Urtheile, dieer auch durch Schriften verbreitete, viele Verfolgungen zu, Undverlor durch sie einen große» Theil seines Vermögens. FriedrichWilhelm II. gab ihm nach seinem Regierungsantritt seine inPreußen consiscirten Güter wieder, und obgleich er nun glücklichhätte leben können, so trieb ihn doch sein unruhiger Geist reimAusbruche der französischen Revolution nach Paris, wo ihn Ro-bespierre im Julius 1794 als einen Verdächtigen und angeblichenAgenten fremder Mächte guillotiniren ließ. Trknck besaß einenhohen Grad von Eigenliebe und Prahlerei, aber als Mensch ver-dient er wegen seiner Energie, seines Muths und seiner Stand-hastigkeit, Ächtung. Sein wenigstens zum Theil unverdientesSchicksal ist um so mehr zu bedauern, als er unter andern Ver-hältnissen sich gewiß einen ehrenvollen Platz unter den preußischenFeldherren erworben hätte. Seine Schriften wurden zum Theilkiiit großem Beifall aufgenommen, besonders ward seine Lebensge-schicht'e, die übrigens wo»-l nicht burchgchends lauter Wahrheitenthält, mit der Theilnahme gelesen, worauf der Unglückliche im-mer rechnen kann. Sie erschien sn 4 Bänden, Berlin und Wien1736, 3-, und ward von ihm selbst ins Französische übersetzt(Pari» 1789). Seine übrige» Schriften sind zum Theil in derSammlung unter dem, Titel: Sämmtliche Gedichte und Schriften,8 Bände, Leipzig (Wien) 1786, 8., erschienen.
Trepaniren ist eine chirurgische Operation, welche in derÖffnung dcr Hirnschale vermiitelst eines eigens dazu bestimmtenInstruments besteht. Dies Instrument heißt der Trepan oderdie Trephine, und ist eigentlich eine Eirrelsäge, oder ein hoh-ler eiserner Cylinder, von dem Durchschnitt ungefähr eines Zolls,dessen unterer Rand, die Krone genannt, sehr scharf und mit sä-acsörmigen Zähnen versehen ist. , In dessen Mitte seht ein sehrspitzzulaufender stählerner Stift herab, der Krone beinahe gleich,welcher die Pyramide genannt wird, um welche herum die Kronedes Trepans beweglich ist. Oben ist der Trepan mit einem Knopfversehen, mit welchem die Pyramide in den Knochen festgedrückt,Und an welchem die Krone im Cirkel herum bewegt werde» kann.Die Operation selbst wird im Wesentlichen auf folgende Art be-werkstelligt. Zuerst wird die Stelle des Schädels von Haarenganz entblößt, dann wird ein Einschnitt durch die Haut bis ausden Knochen, am besten in Form eines großen römischen V CF)»der T (P) gemacht, die Hautlappen abgeloi't, die Knochenhaut,auf der Stelle, wo der Trepan angesetzt werden soll, weggsschabt.Man bohrt nun mit dem einen Knüchmbohrer eine kleine Öffnungin die Hirnschale, worein die Pyramidenkrone gefetzt wird, jedoch»st dirs nicht ausdrücklich nöthig, wenn die Pyramide selbst gehb«Lonv. kex, 4ts A»fl. X. -