Tridenkmisches Concilium yi
den Gesandten der catholischen Höke gegenwärtigen szo Prälaten,fand sich am rzten November noch der Cardinal von Lothringenmit vierzehn Bischöfen, drei Äbten, und achtzehn Theologen ausFrankreich ein, und gab nicht nur der Opposition neues Gewicht,sondern trug auch vierunddreißig französische ResormationsarMelvor, die der päpstlichen Partei ungeinein anstößig seyn mußte».Diese suchte daher wieder einen Ausweg im Verschieben der näch-sten Session von einem Monat zum andern. Der allgemein geach-tete, redliche Gonzaga, der sich der jedem Schritts durch die rö-mischen Jnsrructionen gebunden fühlte, starb darüber am 2tenMärz 15ÜZ, und an seiner Stelle präsidirten nun die neuen Le-gaten, Moroni und Stavagcrr, welche die Bäter theils mitleere» Förmlichleilrn, theils durch die Zänkereien der Theologe»hinzuhalten wußten, so daß man am kaiserlichen und französischenHose endlich einsah, von diesem Concilis sey ke.ne Verbesserungder Kirche, noch weniger ein Friede,mit den Protestanten zu hof-fen, -ie-cs auch völlig verwarfen. Überdies wurde der Cardinalvon Lothringen.durch geheime Versprechungen zu seinem persönli-chen Vortheile für die päpstliche Partei gewonnen; und so heftigauch bisher die deutschen, spanischen und französischen Bischöfe aufder Verwahrung des göttliche» Ursprungs ihrer Rechts bestanden,hatten, willigten sie doch endlich, durch die Länge der Zeit ermü-det oder durch Intriguen umgestimmt, in das ganz aus päpstliche»Ansicht abgefaßte Beeret von der Priesterweihe und Hierarchieein, das bei der 2Zstcn Session am itzten Juli rzüz mit acht Ca-noncs öffentliche Sanction erhielt. Mit gleicher Nachgiebigkeitließ man bei der 24sten Session am Uten November das Beeretvom Sacrame.it der Ehe mit zwölf Canoncs, worin der Colibatder Geistlichen geboten war, und bei der Lgsren und letzten amIlen und 4ten December die sehr eilfertig abgefaßten Decrete vomFegfeucr, Heiligen-, Reliquien-und Bilderdienst, den Kloster-gelübden , Ablaß, Fasten, Speisevcrbot und Verzeichnis; dex ver-botenen Bücher, welches nebst der Redaction eines CatechisniuSund Breviers dem Papst überlassen ward, durchgehen. In denbei diesen fünf letzten Sessionen publicirlcn Nesormatiensdecreten,die meist unerhebliche, oder sich von selbst verstehende, oder auchnur mit andern Worten wiederholte Verordnungen enthielten, warbesonders für die Abstellung der bisherigen Mißbrauche bei Er-theilung und Berwaitung geistlicher Ämter und Pfründen gesorgt,und das nützlichste die Vorschrift, Seminarien zur Bildung derGeistlichkeit anzulegen, und die Ordinandcn zu prüfen. AmSchluß der letzten Session schrie der Cardinal von Lothringen;„verflucht seyen alle°Ketzer!" und das Csrps der Präla»ten stimmte ein ! „ verflucht, verflucht-" daß der Dom vo.»ihren Verwünschungen wiedcrhallte. So endigte sich die tridentini-sche Kirchenversammlung, deren Beschlüsse, von 255 Prälaten un-,tcrschrieben < die Trennung der Protestanten von Her katholischer«Kirche verewigten, und für diese die Kraft eines symbolische qBuchs erhielten. Der Papst bestätigte sie den rüsten Javuqy1564 in ihrem ganzen Umfange. Der Hauptzweck dieses Conci-liums , die Protestanten wieder zu gewinnen, war freilich verscW,und der Gegensatz gegen sie und die griechische Kirche mit eiizstzSchärfe,aufgestellt, die keine Hoffnung jsmaliger Versöhnung ktz-elaubt. Doch hatte es das Verdienst, daß durch ferne Beschlüsse