,)2 Trient Trier
dr Lehrbegnff des Katholicismus fester bestimmt, und doch man-chen MiKbräuchen, wenn auch gerade den ärgsten und verderblich-st! n nicht, abgeholfen worden war. Diese Beschlüsse fanden in Ita-lien, Portugal und Polen unbedingte, in den spanischen Staa-ten durch die Observanz der Reichsgesetze bedingte Ausnahme, inFrankreich) Deutschland und Ungarn dagegen einen Widerspruch,dir uilmählig in stillschweigende Billigung der Glaubcnsdecretevon Seiten der Katholischen überging, aber der Annahme der mitmanchen Landesgesetzen unvereinbaren Reformationsdecrete stetsentgegengestanden hat, obwohl die wahrhaften Verbesserungen, diesie anordneten, allenthalben dankbar benutzt und in Anwendunggebracht worden sind. Zur Erläuterung und Auslegung der Be-schlüsse dieses Conciliums setzte Sixtus V. 158L eine Congregationvon Cardinälen nieder, deren Fortdauer auch seine Rachsplger nö-thig gefunden haben. L.
Trient (lateinisch' l'iiäentnrn, italienisch 1 >SNto), eineStadt in der Grafschaft Tyrol, welche ehemals nebst einem nichtunbedeutenden Gebiete, einem Bischöfe gehörte, der unmittelba-rer Reichssürst war. Im Jahre iZoz wurde die Stadt und dasganze Bisthum von Österreich als ein weltliches Erbfürstenthumin Besitz genommen, und mit Tyrol vereinigt, mit noelchim esnachher einerlei Schicksal gehabt hat, bis es seit 1814 wieder un-ter österreichische Herrschaft gekommen ist. Der Fürstbischof wurdeLurch eine jährliche Pension von,40,000 Gulden entschädigt. —Die Stadt Trient liegt in einem tiefen, von hohen, mit vielenLandhäusern und Weinstöckcn besetzten Bergen umgebnen Lhale,an der Etsch, über welche eine lange Brücke führt. Die Stadtist unansehnlich und düster, die Straßen sind ungleich und unrein-lich; sie hat 700 Häuser und gegen 8000 Einwohner. Zur Zeitder bischöflichen Regierung war die Anzahl der Geistlichen sehrgroß. Das ehemalige.bischöfliche Schloß ist ein altes, unansehn-tichcs Gebäude. In der Kirche Santa Maria ist ein interessan-tes Gemählde mit vielen Porträts der vorzüglichsten Mitgliederdes hier gehaltenen berühmten Conciliums (s. d. Art.). Es gibthier ansehnliche Seidenfabnken. Die Lage der Stadt zwischen ho-hen Bergen macht im S-mmer die Hitze bisweilen fast unerträg-lich.
Trier (französisch stabves, lateinisch st>pvisi, von einemgallischen Volksstamme, welcher in dieser Gegend wohnte), einealte, zu den Zeiten der Römer, und nachher unter den fränki-schen Königen sehr angesehne Stadt, in einem reizenden Lhale,das von zwei mit Weinstöcken bepflanzten Bergen gebildet wird,an der Mosel, über welche eine schöne steinerne Brücke führt.Sie war ehemals die Hauptstadt des Churfürstenthums Trier;Lurch den Frieden zu Lünevlllc (lMi) cam sie mit dem größtenTheile des Landes an Frankreich, seit dem pariser Frieden abergehört sie zu dem pxellßiichen Großherzogrhum Niederrhem, undist der Hauptort des dritten Regierungsbezirks dieser Provinz,und der Sitz der Regierung. Die Stadt ist weitlauftig, weil inihrem Umfange verschicdye große Gärten sind, hat aber nur r2oc>Häuser' mit iz,ooc» Einwohner. Die Domkirche und einige an-dre Kirchen sind ansehnliche und zum Theil ihres Alterthums we-gen yierrwncdige Gebäude. Es finden sich hier noch verschleime^ römjsche Alterthümer, untex andern die Reste eines römischen Am-