Triest 98
phitheaters. Das hiesig!' ^Gymnasium besitzt eine zahlreiche Bi-bliothek, und eine Gesellschaft Gelehrter hat einige wissenschaft-liche und antiquarische Sammlungen angelegt. Das ehemaligeBisthum Trier, welches im I. 327 zu einem Erzbisthum erho-ben worden seyn soll, war das älteste in Deutschland. Der Chur-fürst von Trier führte den Titel eines Kanzlers des heiligen rö-mischen Reichs durch Gallien und Arelat; seine gewöhnliche Rest-'denz war Coblenz. Der letzte Churfürst, Clemens Wenceslaus,ein Prinz aus dem sächsischen Haust, erhielt, nachdem sein Landganz säculariflrt worden war, von Frankreich und einigen deut-schen Regenten eine jährliche Sustencationssumme von 300,000Euleen. Er starb is-2 zu Augsburg.
Triest (italienisch slriesro, lateinisch Verlest»!»), eine be-rühmte See- und Handelsstadt im ehemaligen Krianl, jetzt derHauptort eines von ihr b>nanvtcn blonder» Gebiets, das aufvier Quadratmeilen 34,000 Einwohner hat. Die Stadt liegt amadriatischen Meere, "welches hier eine» Busen <Go!fo di Triefte)bildet, vesteht aus der Altstadt, welche-auf dem Abhänge einesBerges, des Schloßbcrgcs, auf welchem ein Kastei steht, erbaueist, und aus der Neustadt, die sich bis an das Meer erstreckt»Die Altstadt hat noch viele enge, kruffime, unreinliche Gassen)besonders in der ehemaligen Judenstadt, aber die Lheresien -'oderNeustadt bil> et ein regelmäßiges Biereck mit schönen Häusern,großen Plätze»/ breiten Straßen, und einigen Canälcn, unter de-nen istr große Canal einen vorzüglichen Änblick gewahrt. Seit1,300 hat m«n eine zweite neue Stadt, die Franzcnsstadt, ange-legt. Die Häuser, deren Anzahl 1500 beträgt, sind alle steinern;die reichen Kaufleute 'wenden fortwährend viel auf die Verschöne-rung derselben. Auch gibt es hier prächtige Gast- und Kaffeehäu-ser. Aber das neue große Theater ausgenommen, gibt es unterden öffentlichen Gebäuden keins von vorzüglicher Auszeichnung.Der Einwohner sind 29,^00. Sie sind eine Mischung von Deut-schen und Italienern, und diese Verschiedenheit spricht sich in ih-rem Charakter und Benehmen sehr deutlich aus. Als Triest imJahr 1719 zum Freihafen erklärt wurde, betrug die Bevölkerungnicht ganz booo Menschen; so bedeutend ist sie durch die Handels-freiheit vermehrt worden. Kaiser Karl VI. erklärte in gedachtemJahre Triest zum Freihafen; seine Tochter Maria Theresia bestä-tigte und erweiterte diese Freiheit. Alle Waaren, nur einige Ar-tikel ausgenommen, können zollfrei ausgeführt werden. Der Han-del ist in den Handen von ungefähr 1000 Kaufl.uten, die starkeGeschäfte, vorzüglich mit den Häken der Levante machen. Manrechnet, daß >m Durchschnitt täglich 12 bis 15 Schiffe ankommen,qdec überhaupt gegxn 6oso Schiffe jährlich ein. und auslaufen.Der Werth aller ein - und ausgeführten Waaren wird jährlichauf 14 bis ig Millionen Gulden gerechnet. Ein neueres Projekt,den hiesigen'Hafen zum einzigen Stapelplatz der österreichischenMonarchie zu machen, ist verworfen worden. Der Hafen, derdurch eine starke Batterie auf der» neuen Damme vertheidigtipird, ist gut, doch sind die Schiffe darin nickt völlig gegen Stürmegesichert. Auf den vier Schiffswerften werden beständig Schiffe ge-baut. Bei dem Hafen sind zwei Lajarethe (Varsretro spni co undnetto', zur Quarantäne für die aus ungesunden oLier verdächtigenGegenden kommenden Schiffe. Unter den Fabriken zu Triest zeich-