Trlpel Tripolis 97
von denen sie auch wahrscheinlich herstammt, mehr wie bei denDeutschen bearbeitet. Gewöhnlich ist ihr Gegenstand der Ausdrucksanfter lyrischer Empfindungen. N. I>.
Tripel ist eine zum Thongeschlechte gehörige Steinart, wel-che gemeiniglich von gelblich-grauer Farbe, weich und ziemlichleicht ist. Er hat seinen Namen von der Stadt Tripolis in Afrika,von wo aus er zuerst bekannt geworden ist. Er wird zum Poiirenverschiedener Steinarten, der Gläser und Metalle benutzt. Findensich grobe, fremdartige Theile darinnen, so muß er vor dem'Ge-brauche erst gesiebt und geschlemmt werden. Man verfertigt auchaus ihm Formen zu Pasten und feinen Metallgüssen. Er findetsich in Böhmen, England und Auvergnc, auch in den Steinkoh-lenwerken anderer Länder.
Tripolis, eine Republik in der Barbarei (s. Barbarei) zwi-schen dem mittelländischen Meer und der Wüste Sara, also, daß esgegen Osten an das Königreich Barka, und gegen Westen an Tu.nis gränzt. Die Landschaft Tripolis war längere Zeit unter derBotmäßigkeit der Araber, und mitunter nur euch kurze Zeit in derGewalt der sicilischen Normänner und Genueser gewesen, 150z er-oberte aber Don Pedro von Navarro, ein Heerführer des KönigsFerdinand des Katholischen, die Hauptstadt, und führte den arabi-schen Landesfürstcn und die Einwohner nach Palermo. KaiserCarl V. erlaubte diesem Fürsten, seine bis aus das Schloß zerstörteHauptstadt wieder aufzubauen, und er besaß sie bis 153g, daEcheredin (Hanaden), der Bruder des berühmten Aruk Barbarossa,sie ihm entriß. Carl V. eroberte sie wieder, und überließ sie denMaltheserrittern. Aber im I. 1551 kam eine türkische Flotte,vereint mit dem berüchtigten Seeräuber Dragnt, vor Tripolis. DieStadt wurde belagert, und ging durch Verrätherei an die Feindeüber. Run wurde Tripolis eine türkische Provinz. Im I. igygwollte ein arabischer Marabut die Stadt un-d das Land den Chri-sten wieder in die Hände spielen; allein sein Anschlag, von denChristen nicht unterstützt, schlug fehl. Eine Zeitlang regierte diePforte den Staat von Tripolis durch einen Sandschak (Sangiac),der von dem Pascha in Tunis abhing. Als aber (1600) MahmedWeg, ein griechischer Renegat aus dem Geschlechte JustinianS,Sandschak vdn Tripolis wurde, und sich nachher von dem Paschaunabhängig machte, hörte jenes Verhältniß auf. Inzwischenblieb doch Tripolis unter dem Schutze und der Oberherrschaft dertürkischen Kaiser, und zwar abhängiger als Algier; und noch jetztist ein türkischer Pascha dort. Oft ist aber der Der Und Paschaeine Person, übrigens ist die Regierung wie in den zwei andernafrikanischen Raubrepublikcn eingerichtet. Das Haupt derselbenist der Dei, welcher einen Divan oder Rath von Offizieren an derSeite hat. Seine Kriegsmacht ist unbedeutend, und reicht kaumzu, die Mauren des benachbarten Gebirges zur Zahlung des Tri-buts und zum Gehorsam anzühalten. Auch die Seemacht ist bisauf ein Kriegsschiff und einige Galeeren herabgcstmken, welche je-doch noch immer von einigen italienischen Staaten jährlich Prise»machen, und mit den erbeuteten Waaren Handel ins Innere vonArfrika treiben. Die Einkünfte des Dei's betragen ungefähr500,000 Rthlr, Der Fürst des südlichen Reichs Fessan ist Vasallvon Tripolis, und zahlt die kleise Ehrenabgabe gern, weil allerHandel von der Küste nach Nigritien durch sein Gebiet geht. DasSnv. Lkr. 4te BuA. x- ?