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Zenhter Band. To bis Z.]
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Trisfino Tritheilen 99

Wagens, der Erbauer der Stadt Eleusine, und der Stifter dereleusinischen Mysterien (s. Eleufis). In Attika besäete er mit demersten Getreide das Feld Rharius, und in Arcadien lernte Arcasvon ihm den Ackerbau, so wie auch Eumelus in Attika, dem ergleichfalls die Kunst, Städte zu bauen lehrte. Lriptolemus hattezu Eleufis einen eigenen Tempel, und auf dem rharischcn Felde«inen Altar. Man stellte ihn vor, bald mit Kornähren in derHand, bald steht er neben einem Pfluge, bald sitzt er auf dem mitDrachen bespannten Wagen. Die Römer bildeten aus dem Lrip-tolemus ibren Bonns Lventns.

Trisfino (Giovanni Giorgio), berühmt„als Dichter und Ge-lehrter, war 1473 zu Vicenza von adligen Ältern geboren. Erstspät widmete er sich den Wissenschaften. Demetrius Chalcondylas,dessen Andenken er später durch ein edles Grabmal ehrte, war seinLehrer in der griechischen Sprache. Nach dem Tode seiner erstenGattin verließ er seine Vaterstadt und begab sich nach Rom.Leo X. bezeigte ihm besonderes Wohlwollen und übertrug ihm eh-renvolle Gesandtschaften an den König von Dänemark, den KaiserMaximilian und die Republik Venedig. Auch Clemens Vtl. sandteihn an Kaiser Carl V-, der ihn sehr wohl aufnahm und mit Aus-zeichnungen und Ehren überhäufte. Inzwischen hatte sich Lriffinszum zweitenmal verbeirathet, dadurch aber seinen Sohn erster Ehe,Giulio, zu einem Prozeß gegen ihn veranlaßt, der zu Venedig ge-gen de» Vater entschieden wurde, und diesen um einen großen Theilseines Vermögens brachte. Darüber erzürnt, verließ er die vcne-tianischen Staaten und ging nach Rom, wo er iZgo starb. Tris-sino erwarb sich den Ruhm, Italien in seiner Sophonksbe dieerste nach den Regeln des Aristoteles abgefaßte Tragödie gegebenzu haben. Sie wurde bei ihrer Erscheinung gleichsam als ein Werk,worin der Geist der Griechen sich erneut habe, mit unglaublichemBeifall aufgenommen und Leo X. ließ sie mit höchster Pracht auf-führen. Dieser Enthusiasmus mußte jedoch bald schwinden, dahie Sophonisbe- als eine kalte Nachahmung des Alterthumes, demGeiste der Ration selbst fremd blieb. Dennoch sind einzelne Sce-nen nicht ohne Verdienst, aber dem Ganzen sowohl, als auch besondersder Schreibart fehlt es an Kraft, Hoheit und Schwung/ Trissino sollin dir Sophonisbe der Schöpfer des reimlosen, elfsylbigen Verses(verso sciolto) gewesen seyn. Wie wenig er aber verstand, die-sen Versen tragische Würde zu geben, beweist die vollkommen glei-che Anwendung, die er davon in seinem, dem Plautus nachgeahm-te», Lustspiel I Similiirni macht. Auf demselben Wege wie zumDrama, wollte Trissino auch zum Epos gelangen, nämlich denHomer und die Regeln des Aristoteles vor Augen. Da ihm aberGchöpfungskraft und Originalität fehlten, so konnte es ihm auchin seiner Irslia likeram ciai 6ori nicht gelingen, ein National-epos aufzustellen, so volksmäßlg auch der Gegenstand zu seynscheint. Glücklicher ist Trissino als lyrischer Dichter; einzelne Ge-fühle weiß er zart und oft sinnreich auszudrücken. Äußerem ver-faßte er eine Poetik, die noch jetzt nicht ohne Werth ist, und vongründlichen Kenntnissen zeugt, wie denn überhaupt sein Ruf alsGelehrter fester steht, als sein dichterischer. Die beste Ausgabesicher Werke besorgte Massel in zwei Bänden in klein Folio.

Lr!theilen werden in der christlichen Kirche diejenigen Irr-