Triumvirat rol
gemachten Beute, auch die eroberten Städte und Burgen im Bilde,und die schön geschmückten, auserlesenen Opferthiere. Dem Trium-phaler folgten die Verwandten und Freunde und ein langer Zuganderer Bürger im Festgewand mit lautem Jubelruf, zuletzt dassiegreiche Heer, zu Fuß und zu Roß, lorbeerbekränzt und mit denerhaltenen Ehrenzeichen geschmückt. Einer alten Sitte gemäß, diewirklich etwas Rührendes hat, befand sich dicht hinter dem gefei-erten Feldherrn ein Sklav, der eine goldene mit Edelsteinen besetzteKrone in der Hand hielt und ihm wiederholt die ernste» Wortezurufen mußte: Bedenkt, daß du ein Mensch bist! — Aufdem Capitolium dankte der Triumphator öffentlich den Göttern fürden verliehenen Sieg, ließ die Opferthiere schlachten und weihtedem Jupiter die Krone und einen Theil der Siegesbeute. Danngab er gewöhnlich ein großes Gastmahl, und Abends begleitete ihndas versammelte Volk mit Fackeln und freudigem Zuruf nach Hause.Kein Wunder, daß jeder Römer nach der Ehre des Triumphe«strebte, und daß er es für die höchste Auszeichnung hielt, dieserEhre gewürdigt zu werden. Bei dem kleinen Triumphe, ovariogenannt (man glaubt von ovis, ein Schaf, weil ein solches dabeigeopfert wurde), fuhr der Feldherr nicht auf dem prächtigen Sie-geswagen, sondern hielt seinen Einzug zu Fuß oder zu Pferde.Dieser weniger feierliche und glänzende Triumph wurde dann be-willigt, wenn der erfochtene Sieg nicht so bedeutend war, daß derImperator von Rechtswegen auf die höchste Auszeichnung Anspruchmachen konnte. — Triumphbogen. Eine Art von Ehren-pforte, die den siegreichen Feldherrn bei ihrem Triumpheinzuge inRom errichtet wurde, anfangs einfach, dann nicht selten von Mar-mor und mit Figuren und Inschriften prächtig verziert. So wur-den sie besonders den Kaisern errichtet, und noch sind einige zuRom, zum Theil nur in Trümmern, vorhanden, z. B. die Tri-umphbogen der Konstantin, des Gallienus, des Severus und derLitus, welcher letztere vorzüglich dadurch merkwürdig ist, daßdie daran befindlichen vortrefflich gearbeiteten Basreliefs, die sichauf die Beilegung der Juden und die Eroberung Jerusalems be-ziehen, unter andern auch die heiligen Geräthc des Tempels, z.B. den goldenen Leuchter, den Schaubrvttisch rc. vorstellen.
Triumvirat. Die Römer hatten mehrere Ämter, bereugemeinschaftliche Verwaltung drei Personen übertragen wurde.Als Eäsar ermordet war, ließen sich Antonius, Octavius und Le-epidus von dem römischen Volke die Gewalt ,übertragen, .den Staatwieder in Ordnung zu bringen, und'sie wurden daher 'iriumv»!reipuirlicas ooiwririienüas, ihre gemeinschaftliche Amtsführungaber das Triumvirat genannt. Octavius wußte sich indessen seinebeiden Collegen vom Halse zu schaffen, und führte die Monarchieein. Man nannte auch die Verbindung zwischen Cäsar, Pompe-jus und Craffus ein Triumvirat, aber mit Unrecht, indem dieselbebloß ein Verein zwischen Privatleuten ohne Bestätigung des StaatSwar. Ein Triumvirat, d. h. eine dreien Personen vom Staateübertragene und bestätigte höchste gleichmäßige Staatsgewalt, be-stand in neuern Zeiten während der cvnsularischen Regierung inFrankreich (aber bloß dem Ansehn nach), da dex zweite und dritteConsul dem ersten untergeordnet waren, und dieser sich also eigent-lich ganz. allein irg Besitze der höchsten Gewalt befand.