Tromp
entschied nichts. Am zweiten Tage aber durchbrach Tromp, seinerGewohnheit gemäß, die feindliche Linie, wurde jedoch bald um-zingelt, und von seiner eigenen Flotte verlassen. Er focht wieverzweifelt, um sich herauszuziehen, bis er von einer Flintenku-gel durchbohrt niedersank. „Faßt Muth, meine Jungen,'' riefer verscheidend aus; „meine Bahn ist mit Ruhm vollendet!''Jede Anstrengung de Ruyters und der übrigen Befehlshaber, dieholländischen Truppen zu ermurhigen, waren, sobald TrompsTod bekannt ward, vergebens, und eine unglückliche, aber theuererkaufte Niederlage beschloß den Tag und den Krieg. Tromp sollim Ganzen ZZ Seetreffen gewonnen haben. Sein Schicksal, fürsein Vaterland sein Blut zu vergießen, hatte er selbst sich ge-wünscht. Prachtvoll wurde sein Leichnam in der Kirche zu Dclstbeerdigt, und ein glänzendes Mausoleum wurde seinem Andenkenerrichtet. Der Staat ließ Denkmünzen auf ihn schlagen, unddurch eine feierliche Deputation Tromps Witwe des öffentlichenBeileids versichern. — Cornelius Tromp, der zweite Sohndes Vorigen, geboren 1629, befehligte schon in seinem lyten Jqhre«in Schiff gegen die Cursoren der afrikanischen Küste. Zwei Jahrenachher ward er von der Admiralität zu Amsterdam zum Contre-admiral ernannt. 1665 war er in dem Kriege zwischen Englandund den vereinten Staaten bei dem Treffen von Solebay zugegen,wo die niederländische Flotte geschlagen, und der Admiral Opdamin die Luft gesprengt wurde. Durch einen meisterhaften Rückzuggelang eS jedoch Tromp, den Siegern ihre meisten Vortheile zuvereiteln. Durch Geschicklichkeit und Muth gelangte er zu demRuhme seines Vaters, und war gleich ihm der oranischen Parteiergeben; deßhalb fand de Witte, obgleich in politischer Hinsichtdas Gegentheil, es rathsam, ihm bis zur Rückkehr de Ruyters,der abwesend war, den Oberbefehl über die Flotte zu übertragen.Obgleich Tromp nach de Ruyters Ankunft' sich weigerte, unterihm zu dienen, so mußte er enhlich doch nachgeben. Bei der vier-tägigen Schlacht in den Dünen (im Juli 1666) zeigte er eben s»viel Muth als Geschicklichkeit, ohne jedoch so glücklich zu sey»wie de Ruyter. Als er im August desselben Jahres mit zu gro-ßer Hitze eine englische Flotte, die er geschlagen hatte, verfolgte,ward er von der holländischen Hauptflotte abgeschnitten, wodurcher verhindert wurde, dem Admiral de Ruyter zu Hülfe zu kom-men, welcher sich zurückziehen mußte. Indessen gelang es Tromp,mit geringem Verlust seine Flotte in den Texel zu bringen; al-lein auf de Ruyters Klagen wurde er seiner Stelle entsetzt- AISjedoch 167z der Krieg zwischen Holland und den verbündeten Kö-nigreichen England und Frankreich ausbrach, ward Tromp wiederin Dienst genommen, und mit seinem Nebenbuhler de Ruyter voll-kommen ausgesöhnt. In diesem Kriege zeichnete der erstere sichdurch mehrere Siege, die er gegen die Engländer erfocht, ruhm-würdig aus, und als er (167g) nach dem Frieden England be-suchte, wurde er auf das ehrenvollste empfangen, und von Carllk.zum Baronet ernannt. In eben dem Jahre wurde er mit einerFlotte nach Copenhagen zur Unterstützung Dänemarks gegenSchweden geschickt, und von dem Könige von Dänemark mit demElephantcnorden bekleidet. Nach de Ruyters Tode folgte er dem-selben als Admiral-Generallieutcnant der vereinten Staaten, bliebjedoch während des Krieges in dänischen Diensten, und hatte gro-