Tropenlander Tropfstein »09
lr diese, bloß baS ursprüngliche Verhältniß der Umgebungen ei-
ad ner Hauptvorstellung, sondern die Bezeichnung derHauptvor -
n. st - llung selbst verändern. Sie heben eine einzelne Idee aus ei,
en ner Gedankcnreihe hervor, während die Figuren eine ganze Ideell-er reihe in ihren Theilvorstellungen beleuchten. — Die tropische
Ausdrucksweise ist so alt, als die Anwendung der Sprache auf un--« sinnliche und abstracte Begriffe. "Das Bedürfniß, Begriffe zu be-
le- zeichnen, für welche der unvollkommne Sprachschatz nicht ausreicht,
en , nöthigte, aus dem vorhandenen Vorrathe von Bezeichnungsmit«,g teln Benennungen sinnlicher Gegenstände nach oft nur dunkel ge.
s« fühlten Ähnlichkeitsbeziehungen auf unsinnliche Begriffe üderzutca-
>g gen. Keine Sprache, die nicht eine große Anzahl solcher tropi-
as schen Ausdrücke besäße, die zum Theil, wie Geist, Tugend,
Begriff, Urtheil im Verlause der Zeit ihre erste eigentlicheBedeutung verloren, zum Theil dieselbe neben der »»eigentlichenbewahrt haben, wie Anschauung, erwägen u. a. Allein^ diese reichen für den Zweck sinnlich-lebendiger Darstellung nicht— hin, indem sie durch langen Gebrauch sich mit dem »»eigentlichen" Begriffe, den sie ausdrücken, so innig vermählt haben, daß dieeigentliche, sinnliche Bedeutung, wenn sie nicht durch die nächste»Umgebungen hervorgehoben wird, ohne Wirkung für Veranschau-er lichung und Belebung der Rede verloren geht. „Mit jedem Jahr»
ch hundert," sagt Jean Paul (Dorsch, z. Asth. Abth. 2, S. gyr),
er „verliert eine Flür von Dichterblumen ihre lebendige Gestalt, under vermodert zu todter Mgterie." So entsteht für die lebhaftere
n, Darstellung da« Bedürfniß neuer versinnlichender Bezeichnungen,
e- , und diese sind es eigentlich, welche die Rhetorik als Mittel zurt. Schönheit des Ausdrucks unter dem Namen von Tropen aufführt.
.) Sie erheben und beleben die Darstellung, indem sie das, was i»
r- feiner ursprünglichen Gestalt bloß Sache des Verstandes seyn wür-
i» de, dem Gefühl und der Einbildungskraft näher bringen. Zu
at dem Ende genügt es ihnen nicht, das Unsinnliche zu vetsinnlichen,
m sondern sie verstärken auch oft wohl einen sinnlichen Begriff durch
sn einen andern verwandten, aber anschaulicher», wie dies bei der
ae personificirenden Metapher der Fall ist. Was die verschiedenen
r- Arten von Tropen betrifft, so hat man ihrer bald mehr, bald
es weniger gezählt. Quinctilian klagt über das Unbestimmte und
m Streitende in den Meinungen der Grammatiker über diesen Ge-il- genfiand. Der Grund davon lag in der unkritischen Vermischung
ie der Begriffe von Figuren und Tropen. Er versuchte daher eine
te genauere Scheidung und Begränzung beider. Wie schwankend
e- aber auch seine Ansicht hierüber gewesen, würde sich aus dem blo-
m ßen Verzeichniß seiner Tropen ergeben, von denen bei weitem die
I. Mehrzahl augenscheinlich in die Reihe der Figuren gehört. Der
s- . Erste, der sich das Verdienst einer strengern Sichtung erwarb,le war Adelung. Wenn er aber zu den Tropen nur die Metony-
r- mie, die Synekdoche und die Metapher rechnet, so scheint
er hiermit den Begriff nicht zu erschöpfen. Neuere fügen dahere- mit Recht die Allegorie und P erso n end ich tun g (Prosops-
ie pöie, Pcrsonification) hinzu, deren tropische Natur allerdings
a- nicht verkannt werden kann. I?.
i- Tropenländer, die Länder der heißen Zone, zwischen den
i- Wendekreisen. (S. Erdstrich.)
ie Tropfstein, s. Stalaktit