iir Troubadour
finden, charakteristisch genug und paffend, um im Gegensatz des , d,griechischen die Leichtigkeit dreier Poesie zu bezeichnen, ab- ! ^
leiten. Troubadours, behaupten wir, gab es eigentlich nur in ^
Frankreich; allenfalls ziehen wir noch einen Theil des obern Jta- ^
liens und die Reiche Catalonien und Aragon in Spanien aus dem ^
izken Jahrhundert hieher; und die Zeit , welche das bunte Leben ^
dieser Dichterschmetteriingc ausfüllte, fällt in die schLnen Jahr- y,
Hunderte des Mittelalters, umfaßt aber von diesen nur drei, das ^
zehnte, elfte und zwölfte bis in die Mitte des dreizehnten. Es N
war die einzige Blüthe, die Frankreich auf dem Gebiete der Poe- m
sie hervorgebracht hat; zu etwas Höherem hat es die französischeschöne Literatur nicht bringen können, als zu den Lensonen und gjSirventen der Provenzalen; und wenn wir werden bewiesen ha-ben, daß die Poesie der Troubadours in die Kindheit der neuen m
romantischen Zeit gehört, so wird auch dies ein neues Zeugniß Ä
tür die alte Behauptung seyn, daß der Franzose nie über Kinder- n,
spiele und Kinderjahre hinauskommen kann. Der Gascvgner, N
nachdem er aufgehört hat, provenzalisch zu singen, ist in seinem >u
Mannesalter allgemein als der französische Abdcrite anerkqnnt. --- IMan erlaube uns einige allgemeine Bemerkungen. Das Mittelal. ur
ter steht an dem Ende der ungewissen, der fabelhaften Zeit der be
neuern Geschichte, noch mit dem einen Fuße in das heilige Dunkel wdes Ungewissen und historisch nicht Erweisbaren gehüllt. Ein je- ander Cyklus einer ganzen in sich beschlossenen Stufe menschlicher w>
Entwickelung hat eine solch« Zeit, und sie ist, wie hier nicht wei- Ak
ter bewiesen zu werden braucht, der Kulminationspunkt, da» nö
wahre Jenith derselben. Bei den Griechen ist es die herrliche kei
Heldcnperiode, mit welcher die ungewisse Geschichte dieses Volks ' lAendigt, und die gewisse anfangt, und welcher die wunderbar sei
ren Volkerbewegungen unter Pelasgus, Deucalion, DanauS u. A., K
ein rechtes Gegenstück der großen Völkerwanderung in der christli- be
chen Zeit, vorangingen. Unverkennbar ist auch das Mittelalter ae
eine solche Heldenperiode für den christlichen Cyklus — der die ein- br
zelnen Strahlen des Heldenzcitaltcrs vereinigende Brennpunkt gl>
sind die Kreuzzüge. Das Ungewisse, Mythische aus dieser Zeit g!Hinwegnehmen, und in gewisse Geschichte sublimiren oder präciyk- tiriren wollen, heißt den Stein der Weisen suchen, und alchymisti- S
schen Träumereien nachhängen. Indem du dieses ungewisse, hei- As
lige Helldunkel jener Zeit abziehest, hebst du diese Zeit selbst auf, lie
«üb eine Geschichte des Mittelalters kann in der That nur eine zu
Il:as und Odyssee desselben geben, — In dieser Periode glühte tis
durch ganz Europa der rechte ritterliche Geist, aber nach Ländern tei
und Völkern sich anders und andeds gestaltend; und die wahre km
Seele dieses Ritterthums war doch nichts anders als schönes, fri- Ne
sches, jugendlichfreudiges und unverdorbenes Sinnen und Käm- sin
pscn um die im heitern Licht der Phantasie mehr geahnete als er- ° dekannte Liebes- und Lebensbraut; darum eigentlich heiteres, dich- ser
terisches Spiel, Drama in der Wirklichkeit, wovon die spätere Ei
Zeit des sichern Besitzes und des ruhigen Genusses erst die Bilder in
für ihre Bühncndramas abnehmen mußte. Das Leben dieser Zeit in
war selbst Poesie, und hauchte sich deßhalb nothwendig in Poesie Li«
«nd Gedicht aus, wie der Vogel im Frühling unwillkürlich in ün
heitere Gesangsweisen sich ergießt, die er im heißen Sommer wie- ga!tz»r vergessen hat. Dies allein der Grund, aus welchem wir über zle