Band 
Zenhter Band. To bis Z.]
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i> 6 Troubadour

Schicksale in dem Vkittelalter bieten «in seltsames Gewirr«, einwadce« Chaos dar, in welchem die entgegengesetzten Kräfte nochvöllig geschieden sind, und, sich bald anziehend, bald abstoßend,nur nach langem Srreitc zur Ruhe kommen können. Der caro-liugische Königsstamrn mußte bald genug die Hand der rächendenNemesis erfahren, und die Blutrache, die er sich durch leine Un-gerechtigkeiten gegen die Merovinger zugezogen hatte, wurde hartan ihm geübt. Durch Theilung seiner "Länder unter seine vielfäl,tigen Zweige wurde zuerst der verderbliche Apfel der Eris inFrankreichs Mitte geworfen, und die Geistesschwäche der Theilen-den vollendete die Verwirrung. Die Großen des Reichs konnte»sich vergrößern, indeß ihre Könige in unseligen Familienkrregensich schwächten; und sie benutzten die Gelegenheit dazu mit vielmehr Geschick, als nöthig gewesen wäre, die schwachen Könige zutäuschen. Bald war Frankreich unter mehrere Carolinger zersplit-tert, bald zum Scheine wieder unter Einem vereinigt. Carl derKahle (um 870) unterwarf das ganze große Reich seinem Scepter,«nd eben so zuletzt Carl der Dicke auf wenig Jahre nach 880.Aber alle isese Wechselsieber des mürben Stamms dienten nur da-zu, seine Auflösung herbeizuführen, bis denn y 87 der berühmteHugo Capet, des Großen Sohn, Herzog von Frankreich undGraf von Burgund und Aquitanien, sich des Throns zu bemächti-gen wußte. Alle diese Bewegungen hatten 'jedoch mehr den Nor-den Frankreichs berührt. Der Süden war die ganze Zeit hin-durch beinahe bloß sich selbst überlassin geblieben, und nur Bur-gund, das schon vor Hugo in Rudoipy Frankreich einen Königaus seinen Großen gegeben hatte, mit seinen abwechselnden Schick-sale», diente gleichsam als Medium, durch welches die Länder derProvence mit dem eigentliche» Frankreich in Beziehung kamen.Der Süden, meinte man vermuthlich, folge von selbst dem Schick-sale des Norden, »nd so ließ mau dos lieblich« Kind ruhig fort-spielen und fvrttraumcn. In der That gestalteten sich auch dieDinge hier dem .Charakter des Landes gemäß, spielend und insanften, milden Übergängen und die tragischen Auftritte des Nor-den wiederholten sich hier als stille, friedliche, nnaesucht herbeige-führte Entwickelungen. , Wir geben eine ganz kurze Übersicht derwichtigsten Veränderungen >N Südsrankreich im Miltelalter unterden großen Stürmen im Norden. Bon Aquitanien, welches Lud-wigs Sohn, Pipm, zu Theil geworden war, und auch von demSohne dieses, auch Pipin genannt, als Königreich beherrschtwurde, trennte sich ein Theil der Länder nach dem andern (Lan-guedoc, Provence u. s. w) in Folge der Streitigkeiten der Caro-lingcr, besonders Lothars in Italien mit seinem Halbbruder, Carldem Kahlen in Frankreich; und in Aquitanien (Guyenne mit Gas-cogne und der Grafschaft Poitou) bildete sich, wie in Langncdoc,Provence, Burgund, Auvergne u. a., unter dem Hinschwindender königlichen Macht, die Gewalt der Großen- der Herzoge undGrafen unvermerkt und ungehindert aus. Sie machten ihre Wür-de nicht nur erblich, sondern entzogen den Königen einen Theilihrer Besitzungen nach dem andern, sie dafür etwa mit einemHeirzug gegen ihre feindlichen Verwandten oder einer ähnlichenvorübergehenden Gefälligkeit entschädigend. So hören wir schonam Ende des yten Jahrhunderts von Odo, Herzoge von Guyenne«nd Grafen von Poitou, welcher sich Carl dem Einfältigen gegen-